Guantanamo Bay USA lassen vier Häftlinge nach Saudi-Arabien ausreisen

Kurz vor dem Regierungswechsel haben die USA vier weitere Gefangene aus dem Gefangenenlager Guantanamo Bay entlassen. Der künftige Präsident Donald Trump dürfte über diesen Schritt nicht erfreut sein.
US-Gefangenenlager Guantanamo

US-Gefangenenlager Guantanamo

Foto: Maren Hennemuth/ dpa

Bei seinem Amtsantritt in 2009 hatte US-Präsident Barack Obama versprochen, das Gefängnis Guantanamo Bay auf Kuba zu schließen. Erfüllen konnte er dieses Versprechen allerdings nicht. Wenige Tage bevor Donald Trump offiziell das Präsidentschaftsamt übernimmt, hat die US-Regierung nun jedoch vier weitere Gefangene aus dem umstrittenen Gefangenenlager entlassen. Das teilte eine Sprecherin des Pentagons mit.

Die vier Häftlinge landeten am Donnerstagabend auf dem Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Die Männer stammen aus dem Jemen. Unter ihnen war auch Mohammed Bwazir. Er sollte das Lager schon im Januar 2016 verlassen, wollte jedoch nicht. Keiner der Männer ist jemals angeklagt worden.

Nach den Freilassungen sind nun noch 55 Gefangene in dem Lager. Erst vor wenigen Tagen hatte sich der künftige US-Präsident Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegen die Freilassung weiterer Guantanamo-Häftlinge ausgesprochen. "Es darf keine weiteren Entlassungen aus Gitmo geben. Das sind extrem gefährliche Menschen und es sollte ihnen nicht erlaubt werden, in den Kampf zurückzukehren", schrieb er.

Indes hatte das Weiße Haus bekannt gegeben, in den letzten Tagen der Amtszeit von Präsident Barack Obama möglicherweise noch weitere Gefangene freizulassen. Rechtliche Probleme und heftiger Widerstand im Kongress und in der Öffentlichkeit hatten verhindert, dass das Gefängnis unter Obama geschlossen werden konnte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA unter Präsident George W. Bush rund 780 Häftlinge auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba eingesperrt. Die meisten Verdächtigen wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. Viele sollen gefoltert und misshandelt worden sein. Für etwa ein Drittel der verbliebenen Gefangene ist grundsätzlich geklärt, dass die aus dem Lager verlegt werden können. Allerdings stehen keine Aufnahmeländer fest.

asc/AFP/Reuters
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