Guantanamo Bay USA wollen Häftlingen mehr Rechte geben

Die US-Regierung will den Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo mehr Rechte einräumen. Sie sollen in Zukunft an ihrem eigenen Prozess teilnehmen dürfen und Einblick in Beweismaterialien erhalten.


Washington - Die neuen Rechte beträfen Verfahrensänderungen für bevorstehende Militärprozesse gegen Guantanamo-Häftlinge, hieß es am Mittwoch aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Washington.

Unter anderem sollen die Häftlinge das Recht erhalten, an ihrem Prozesses teilzunehmen und Einblick in das Beweismaterial zu erhalten. Über die geplanten Änderungen hatte am Mittwoch zunächst das "Wall Street Journal" berichtet.

Die Verfahren in Guantanamo hatten im August vergangenen Jahres begonnen. Sie wurden jedoch im November wieder ausgesetzt, nachdem ein US-Bundesrichter entschied, dass die Prozesse gegen die Genfer Konventionen von 1949 verstoßen. In dem Gefangenenlager werden derzeit noch etwa 500 Häftlinge festgehalten.

Das Zentrum für Verfassungsrechte in New York erklärte am Mittwoch, dass erneut mehrere Dutzend Häftlinge in den Hungerstreik getreten seien. Mindestens einer der Gefangenen habe bereits sein Testament verfasst, da er mit seinem Hungertod rechne, sagte ein Anwalt des Zentrums. Die Regierung nahm zunächst nicht zu den Angaben Stellung. Bereits im Juni und Juli waren bis zu 200 Guantanamo-Häftlinge in den Hungerstreik getreten, um den Beginn ihrer Prozesse oder ihre Freilassung zu erwirken.



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