Guantanamo Pentagon legt seine Gefangenenliste offen

Das Pentagon hat eine neue Liste mit Namen von Insassen im Gefangenenlager Guantanamo veröffentlicht. Ob damit alle Häftlinge der US-Basis auf Kuba benannt sind, ist unklar. Das seien nur die Inhaftierten unter Kontrolle des US-Verteidigungsministeriums, hieß es.


Washington - Auf der am Montag veröffentlichten Guantanomo-Liste stehen 201 bisher nicht bekannte Namen. Eine unvollständige Liste mit 558 Namen hatte das Pentagon nach einer Klage der Nachrichtenagentur AP bereits im April herausgegeben.

"Diese Liste bringt uns ein Stück näher zu unserem Ziel, vollständig zu berichten, wer in US-Gefangenschaft auf Guantanamo geraten ist und wie die Menschen und ihre Fälle behandelt werden", sagte der Anwalt der AP, David Tomlin. Das Pentagon erklärte, die Namen seien zuvor aus Gründen der Sicherheit nicht veröffentlicht worden.

Laut einem Pentagon-Sprecher handelt es sich aber nur um Gefangene unter Kontrolle des Verteidigungsministeriums. Ob es wirklich alle Gefangenen in dem Lager sind oder ob es weitere Insassen gibt, die dort von anderen US-Diensten festgehalten wurden, blieb offen.

Nicht genannt sind wie erwartet die beiden Terrorverdächtigen Ramzi Binalshibh und Chalid Scheich Mohammed. Damit bleibt weiter unklar, wo genau die beiden Männer gefangen gehalten werden. Binalshibh wird eine Verstrickung in die Planung der Anschläge am 11. September 2001 vorgeworfen. Er befindet sich seit September 2002 ohne Prozess in US-Haft. Chalid Mohammed gilt als wichtiger Drahtzieher der 9/11-Anschläge.

Nach Angaben der US-Regierung sind 759 Menschen auf Guantanamo inhaftiert, seit das Lager 2002 in Betrieb genommen wurde. Freigelassen oder verlegt worden seien 275 Insassen. Noch nicht in Freiheit seien 136 Gefangene, da noch Verhandlungen mit ihren Heimatländern liefen. Auch der als "Bremer Taliban" bekannte Deutsch-Türke Murat Kurnaz ist offenbar ein solcher Fall.

abi/itz/AP/AFP



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