Guantanamo Prozess gegen 9/11-Drahtzieher begonnen

Im Fall einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe: Chalid Scheich Mohammed, mutmaßlicher Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, muss sich jetzt in Guantanamo zusammen mit vier weiteren Angeklagten vor einem Militärtribunal verantworten.


Guantanamo Bay - Er kam ohne Fesseln in Begleitung seiner Anwälte: Im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba hat der Prozess gegen Chalid Scheich Mohammed begonnen. Neben dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 muss sich vor dem Militär-Sondergericht auch der mutmaßliche Mitverschwörer Ramzi Binalshibh verantworten, der Mitglied der "Hamburger Zelle" war. Außerdem sind drei weitere Männer angeklagt.

Chalid Scheich Mohammed: Prozess in Guantanamo
AP

Chalid Scheich Mohammed: Prozess in Guantanamo

Die fünf Verdächtigen sind die ersten, die wegen einer direkten Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 angeklagt sind. Sie wurden im September 2006 aus geheim gehaltenen Gefängnissen des US-Geheimdienstes CIA nach Guantanamo verlegt, wo die USA rund 500 Terrorverdächtige als "feindliche Kämpfer" festhalten. Damit wird ihnen der rechtliche Schutz, den Soldaten oder Zivilisten genießen, verwehrt. Die vom Militär gestellten Verteidiger hatten erst vor kurzem erstmals Gelegenheit, ihre Mandanten zu sprechen. Sie werfen der US-Regierung vor, die Verfahren zu beschleunigen, um die US-Präsidentenwahl im November zu beeinflussen.

Der Uno-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak, kritisierte den Prozess als unfair. In dem Verfahren würden auch Geständnisse verwendet, die unter Folter zustande gekommen seien, sagte Nowak dem Deutschlandradio Kultur. Damit verletzten die USA internationale Menschenrechtsstandards, zu denen sie sich selbst im Uno-Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie in der Uno-Konvention gegen Folter verpflichtet hätten.

Die CIA hat eingeräumt, vor allem bei der Befragung von Chalid Scheich Mohammed harte Methoden angewandt zu haben, unter anderem das sogenannte "waterboarding". Dabei wird das Opfer durch ein simuliertes Ertränken in Todesangst versetzt. Der Pakistaner hat gestanden, für die gesamte Planung und Vorbereitung der Anschläge verantwortlich gewesen zu sein. Die anderen vier Angeklagten - Ramzi Binalshibh, Walid bin Attasch, Ali Abd al-Asis Ali und Mustafa Ahmed al-Hawsawi - sollen die 19 Attentäter trainiert, ausgestattet und in die USA eingeschleust sowie die Finanzierung der Attentate organisiert haben.

hen/AP/Reuters



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