US-Gefangenenlager Uruguay nimmt sechs Guantanamo-Häftlinge auf

149 Männer sitzen noch immer im US-Gefangenenlager Guantanamo ein. Sechs von ihnen könnten nun freikommen: Uruguay will die ehemaligen Terrorverdächtigen aufnehmen, das Pentagon bereitet die Freilassung der Häftlinge vor.

Gefangenenlager Guantanamo: 78 Insassen dürften das Camp verlassen
AFP

Gefangenenlager Guantanamo: 78 Insassen dürften das Camp verlassen


Washington - Die USA bereiten die Überstellung von sechs Häftlingen aus dem Gefangenenlager Guantanamo nach Uruguay vor. Das Pentagon hat den Kongress in Washington entsprechende Pläne informiert. Innerhalb der nächsten 30 Tage sollen die Männer - vier Syrer, ein Palästinenser und ein Tunesier - in das südamerikanische Land ausreisen.

Uruguays Präsident José Mujica hatte sich bereits im Mai grundsätzlich zur Aufnahme von Guantanamo-Insassen bereit erklärt. Er lehnte jedoch die Forderung der US-Regierung ab, sicherzustellen, dass die ehemaligen Terrorverdächtigen Uruguay nicht verlassen. "Sie werden sich frei bewegen können", kündigte Mujica an. "Sie sind zerstört worden durch das, was sie durchmachen mussten - physisch und psychologisch."

Derzeit sind noch 149 Menschen in Guantanamo interniert - 78 von ihnen werden als unverdächtig eingestuft und dürften das Lager verlassen, zumindest theoretisch. Weil ihnen in den Heimatländern jedoch Folter und Verfolgung drohen, sitzen sie noch immer in dem Lager auf Kuba ein.

Die angekündigte Überstellung der sechs Männer wäre die erste seit der umstrittenen Freilassung von fünf ehemaligen Taliban-Kommandeuren im Austausch für den US-Soldaten Bowe Bergdahl. Dieser war fünf Jahre lang in Afghanistan als Gefangener von radikalen Islamisten festgehalten worden. Der Austausch erfolgte ohne die Zustimmung des Kongresses.

syd/AP

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hermannheester 17.07.2014
1. Uruguay zeigt menschliche Züge
Zitat von sysopAFP149 Männer sitzen noch immer im US-Gefangenenlager Guantanamo ein. Sechs von ihnen könnten nun freikommen: Uruguay will die ehemaligen Terrorverdächtigen aufnehmen, das Pentagon bereitet die Freilassung der Häftlinge vor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/guantanamo-uruguay-nimmt-haeftlinge-auf-a-981454.html
Befehlsgemäß hatte Steinmeier dazumal die Rückführung selbst deutscher Guantanamo-Häftlinge verweigert - nun ist also Uruguay so nett, diese humane Tat für die Weltgemeinschaft zu tun. Uruguay hat selbst nicht überall den besten aller Namen doch hier geht es anscheinend mit gutem Beispiel voran. Nobelpreis für Uruguay bitte!
rant0r 17.07.2014
2.
das sind ja zum größten teil nicht mal terrorverdächtige. allerdings haben sie nach dem, was ihnen zu unrecht angetan wurde jetzt natürlich einen sehr guten wirklich sauer zu sein. ich frag mich oft, wieviele derer die sich radikalen islamisten anschließen solche sind, deren kinder durch "kollateralschaden" von irgendwelchen brutalen US einsätzen weggebombt wurden oder deswegen irgendein anderes schlimmes schicksal erfahren haben.
spon-facebook-10000001759 17.07.2014
3.
78 gelten als unschuldig. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
apalanca 17.07.2014
4. Nachdenklich
Ich dachte Guantanamo wäre längst zu. Solch ein menschenverachtender Ort passt doch nicht zur einer Demokratie eher zum Demokratismus. O tempora, o mores!
Hermes75 17.07.2014
5.
Zitat von apalancaIch dachte Guantanamo wäre längst zu. Solch ein menschenverachtender Ort passt doch nicht zur einer Demokratie eher zum Demokratismus. O tempora, o mores!
Es wäre auch längst geschlossen, wenn man wüsste wohin mit den Insassen. Wenn man ließt, dass 78 als unschuldig gelten, aber es trotzdem offensichtlich äußerst schwierig ist Länder zu finden, welche diese Leute aufnehmen wollen, dann gibt das schon zu denken. Die restlichen müssten eigentlich in die USA gebracht und vor ein ordentliches Gericht gestellt werden, dies wird aber durch die Beschlusslage des Parlaments verhindert.
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