Guantánamo US-Ärzte finden klare Hinweise auf Folter

Schläge, Elektroschocks, Vergewaltigung - amerikanische Ärzte haben bei ehemaligen Guantanamo-Gefangenen physische und psychische Folgen von Folter festgestellt.


Washington - Nach Angaben der Ärzte wurden bei medizinischen Untersuchungen bei elf Häftlingen, die sich als Terrorverdächtige in US-Gewahrsam befanden, physische und psychische Spuren von Folter gefunden. Demnach waren die Gefangenen Schlägen, Elektroschocks, Schlafentzug, sexueller Erniedrigung, Vergewaltigung und anderen schweren Misshandlungen ausgesetzt.

Die Untersuchungsergebnisse sind dem US-Sender CNN zufolge in einem Bericht enthalten, den die Gruppe "Physicians for Human Rights" veröffentlichte - eine Organisation von Ärzten, die sich für die Menschenrechte einsetzt.

In dem Report heißt es laut CNN, viele Häftlinge hätten über lange Zeit gelitten und litten noch heute unter den Folgen der Folter. Das Vorwort für den Bericht schrieb dem Sender zufolge der pensionierte General Antonio Taguba. Er leitete die Ermittlungen im Skandal um die Misshandlungen von Gefangenen durch US-Soldaten im irakischen Gefängnis Abu Ghureib 2003.

Mehrere der untersuchten Häftlinge waren dem Bericht zufolge in dieser Einrichtung festgehalten worden, andere im Lager Guantanamo Bay auf Kuba, und die übrigen befanden sich in Afghanistan in US-Gewahrsam.

asc/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.