Guantanamo-Schließung USA bitten Vatikan um Hilfe

Seit Jahren möchte US-Präsident Barack Obama das Gefangenenlager Guantanamo schließen - aber wohin mit den Insassen? Jetzt hofft die US-Regierung auf päpstlichen Beistand: Außenminister Kerry hat den Vatikan um Hilfe gebeten.

Guantanamo-Lager: Kann der Papst helfen?
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Guantanamo-Lager: Kann der Papst helfen?


Vatikanstadt - Die USA haben den Vatikan bei der geplanten Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo um Unterstützung gebeten. Es gehe darum, humanitäre Lösungen für die Insassen zu finden, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag. Die Anfrage stellte demnach US-Außenminister John Kerry bei einem Treffen mit Kardinal Pietro Parolin, wie unter anderem die Agentur Ansa meldete. Parolin ist im Vatikan für die Außenpolitik zuständig.

Weitere Details über das Gespräch wurden aus dem Vatikan zunächst nicht bekannt. Aus Kreisen des US-Außenministeriums verlautete nur, Kerry habe bekräftigt, dass Präsident Barack Obama das Lager schließen wolle. Bei der Suche nach Ländern, die Gefangene aufnehmen, gebe es Fortschritte.

Das Gefangenenlager Guantanamo Bay befindet sich auf dem gleichnamigen US-Militärstützpunkt auf Kuba. Dort werden seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Terrorverdächtige aus verschiedenen Staaten festgehalten. Prozesse oder Anklagen gab es in den meisten Fällen nicht, derzeit leben dort noch 148 Insassen.

Versuche, das Lager zu schließen, sind unter anderem am Widerstand des US-Kongresses gescheitert. Mittlerweile sind viele der Häftlinge vom Terrorverdacht entlastet, werden aber weiterhin festgehalten, weil sich kein Aufnahmeland für sie findet.

In der vergangenen Woche hatte die Veröffentlichung eines Senatsberichts über die Folterverhöre des US-Geheimdienstes CIA in Geheimgefängnissen weltweit Protest erregt. Auch in Guantanamo wurden mutmaßliche Anhänger des Terrornetzwerks al-Qaida mit brutalen Methoden verhört.

mxw/Reuters



insgesamt 30 Beiträge
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Fuscipes 15.12.2014
1. Es ist sehr verwirrend...
Die Weltpolizei bittet jetzt den Vatikan um Hilfe, wohin 148 Guantanamo Häftlinge gebracht werden können? Sofort annehmen, alles weitere wird sich finden, das ist ja wie Weihnachten.
jonburg 15.12.2014
2.
Arme USA die haben doch sonst für alles eine Lösung
cherrypicker 15.12.2014
3. Was heißt ihr
Wieso lässt man diese Menschen nicht einfach in ihre Heimatländer zurückreisen???
Newspeak 15.12.2014
4. ...
Mittlerweile sind viele der Häftlinge vom Terrorverdacht entlastet, werden aber weiterhin festgehalten, weil sich kein Aufnahmeland für sie findet. Das ist typisch Obama. Armselig, wie hier Probleme der USA auf andere Länder abgeschoben werden sollen, damit man selbst gut dasteht. Wenn diese Menschen unschuldig sind und die USA sie trotzdem gefangengenommen haben, dann sind die USA selbst auch für ihre Entschädigung und Aufnahme zuständig. Und wer nicht angeklagt wird, muß freigelassen werden, und umgekehrt. Daß an solchen fundamentalen rechtstaatlichen Grundsätzen immer weiter herumdiskutiert wird, zeigt nur, wie tief die USA mittlerweile gesunken sind.
die_bittere_wahrheit 15.12.2014
5.
Auch wenn sie Gefangene sind muessen diese Leute doch einen Pass (bzw nachweisbare Nationalitaet) haben! Wenn nicht dann setzt man einfach jeden mit einem Koffer voll ca$h dort ab wo man ihn gefangen genommen hat! In Amerika wird sowieso keiner von denen bleiben wollen...
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