US-Gefangener 13 Jahre in Guantanamo - wegen einer Verwechslung

Weil sein Name dem eines Qaida-Terroristen ähnelte, sitzt ein Jemenit offenbar seit Jahren fälschlich im US-Gefangenenlager Guantanamo. Regierungsvertreter gaben die Verwechslung jetzt laut Medienberichten zu.

US-Gefängnis Guantanamo: Person mit ähnlichem Namen
AFP

US-Gefängnis Guantanamo: Person mit ähnlichem Namen


Seit mehr als 13 Jahren sitzt Mustafa al-Aziz al-Shamiri im berüchtigten US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba - offenbar, weil ihn die Amerikaner bei seiner Festnahme verwechselt hatten. Regierungsvertreter erklärten laut mehreren Medienberichten nun, bei dem Häftling handele es sich um einen einfachen islamistischen Kämpfer - und nicht um einen Kurier und Ausbilder der Terrororganisation al-Qaida, wie zunächst angenommen.

Shamiri stammt aus dem Jemen. Derzeit werde geprüft, ob er freigelassen werden könne, hieß es. Laut einem Pentagon-Bericht hatte der Gefangene den Angaben zufolge in Afghanistan gekämpft und Kontakt zu al-Qaida gehabt. Doch die Sicherheitskräfte hätten ihm eine weit bedeutendere Rolle unterstellt - offenbar verwechselten sie ihn mit einer Person mit ähnlichem Namen.

Shamiri ist einer von 107 Häftlingen in Guantanamo. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hatte der damalige US-Präsident George W. Bush das Lager für Terrorverdächtige und Gefangene aus dem Afghanistan-Krieg einrichten lassen.

kev/AP

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