Flug in die Heimat USA entlassen vier Afghanen aus Guantanamo

Sie sollen seit rund zehn Jahren inhaftiert gewesen sein - nun haben die USA vier afghanische Männer aus dem Lager Guantanamo zurück in die Heimat geschickt. Die Freilassung ist ein Signal an den neuen Präsidenten des Landes.
US-Lager Guantanamo: Immer weniger Häftlinge

US-Lager Guantanamo: Immer weniger Häftlinge

Foto: MLADEN ANTONOV/ AFP

Washington/Kabul - Für Mohammed Z., Shawali K., Abdul G. und Khi Ali G. endete am Samstag eine mehr als zehnjährige Tortur. Die vier Männer wurden von den US-Behörden aus dem Gefangenenlager Guantanamo entlassen und mit einer Militärmaschine zurück nach Afghanistan gebracht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist es der erste Häftlingstransfer in das Land seit 2009.

Damit sitzen in dem umstrittenen Lager auf Kuba derzeit noch 132 Menschen ein, der niedrigste Stand seit kurz nach der Eröffnung im Jahr 2002.

Die Freilassung der Afghanen, die als Häftlinge mit niedrigem Sicherheitsstatus eingestuft wurden, ist ein klares Signal an die Regierung in Kabul. Der neue Präsident Aschraf Ghani, erst seit drei Monaten im Amt, hatte den Schritt angeregt. Wie aus Sicherheitskreise verlautet, stellen die Männer offiziell auch für ihr Heimatland kein Sicherheitsrisiko dar. Sie sollen dort nicht wieder in Haft genommen werden.

"Er wurde damals wegen windigster Anschuldigungen nach Guantanamo verfrachtet. Er hätte überhaupt nie dort sein dürfen", sagte J. Wells Dixon, Anwalt von Shawali K., dem US-Sender ABC.

US-Präsident Barack Obama bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2009, das international kritisierte Gefangenenlager zu schließen. Erst am Freitag - einen Tag vor der Verkündung der jüngsten Freilassung - hatte Obama die Schließung des Lagers zur "nationalen Priorität" erklärt. Der Präsident stößt mit seinen Plänen aber in Parlament, Justiz und Öffentlichkeit auf heftigen Widerstand.

jok/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.