Präsidentschaftswahl in Guatemala Ex-First-Lady Sandra Torres führt - Stichwahl wahrscheinlich

Guatemala hat gewählt, vorn im Rennen um die Präsidentschaft des mittelamerikanischen Landes liegt die Sozialdemokratin Sandra Torres. Anfang August wird es wohl eine Stichwahl geben.

Sandra Torres nach ihrer Stimmabgabe: Die frühere Präsidentengattin liegt im ersten Wahlgang vorn
EDWIN BERCIAN/EPA-EFE/REX

Sandra Torres nach ihrer Stimmabgabe: Die frühere Präsidentengattin liegt im ersten Wahlgang vorn


Die Präsidentenwahl in Guatemala wird nach ersten Ergebnissen wohl erst in einer zweiten Abstimmungsrunde entschieden.

Die sozialdemokratische frühere First Lady Sandra Torres führte nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmen zwar deutlich mit gut 24 Prozent vor den übrigen Kandidaten, lag damit aber noch immer weit entfernt von einer absoluten Mehrheit.

Erreicht keiner der Kandidaten 50 Prozent, folgt eine Stichwahl am 11. August. Hinter Torres lagen den Teilergebnissen zufolge der konservative Bewerber Alejandro Giammattei mit gut 15 und der ehemaligen Uno-Funktionärs Edmond Mulet mit knapp 13 Prozent.

Vereinzelt kam es zu Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. So berichtete die Zeitung "Prensa Libre", Bürger in der Stadt Esquipulas und anderen Ortschaften hätten dagegen protestiert, dass Wähler aus anderen Regionen in Bussen eingetroffen seien, um ihre Stimme für bestimmte lokale Kandidaten abzugeben. In der Kleinstadt San Jorge wurde die Wahl vertagt, weil die Mitglieder der lokalen Wahlbehörde nach Todesdrohungen ihre Ämter niedergelegt hatten.

Todesdrohungen und Wahlausschluss einer früheren Topjuristin

Rund 8,1 Millionen Landesbewohner durften ihre Stimme abgeben, die Wahlbeteiligung lag nach ersten Schätzungen unter 60 Prozent. Bei den Wahlen von 2015 waren es 71 Prozent gewesen. Auch die 160 Abgeordneten des Parlaments wurden neu gewählt.

In den vergangenen Jahren hatten die Staatsanwaltschaft und die Internationale Uno-Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) versucht, den Korruptionssumpf in Guatemala trockenzulegen. Die Cicig muss jedoch auf Druck der Regierung ihre Arbeit einstellen, nachdem die Ermittler auch vor der Familie des amtierenden Präsidenten Jimmy Morales nicht Halt gemacht hatten.

Der Staatschef, der sich nicht zur Wiederwahl stellen durfte, wollte die Cicig-Mitarbeiter aus dem Land werfen lassen, was das Verfassungsgericht zwar untersagte. Allerdings läuft das Mandat der Uno-Korruptionsjäger im September ohnehin aus.

Ausgeschlossen: Frühere Generalstaatsanwältin Thelma Aldana
AFP

Ausgeschlossen: Frühere Generalstaatsanwältin Thelma Aldana

Keiner der Kandidaten, die zur Wahl standen, hat sich bislang für eine Fortsetzung der Cicig-Mission ausgesprochen. Die frühere Generalstaatsanwältin Thelma Aldana, die für das Präsidentenamt kandidieren wollte, wurde mit der Begründung ausgeschlossen, sie habe kein Führungszeugnis vorgelegt.

cht/dpa



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