Europäische Union Oettinger wird offenbar doch nicht Vizepräsident der EU-Kommission

Die Beförderung muss wohl warten: Günther Oettinger soll offenbar doch nicht Vizepräsident der Europäischen Kommission werden - offiziell aus Kostengründen.

Günther Oettinger
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Günther Oettinger


Der Posten des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission ist vakant, Günther Oettinger galt bislang als Favorit für den Job. Doch nun soll er ihn vorerst doch nicht bekommen.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ziehe es offenbar vor, das Amt nicht neu zu besetzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Dadurch würden monatlich rund 2000 Euro an Steuergeld gespart. Für Juncker würde ein Vizepräsident Oettinger außerdem politische Probleme mit sich bringen: Es gäbe nur noch eine Frau unter insgesamt sechs Vizepräsidenten.

Der Posten ist seit dem Wechsel von Kristalina Georgiewa zur Weltbank unbesetzt. Oettinger galt bislang als Favorit für die Nachfolge, weil er die Ressorts der Bulgarin zum Jahreswechsel übernommen hat: Haushalt und Personal.

In Brüssel wurde Oettingers Beförderung zunächst als Formalie betrachtet. Doch dass er in einer Rede im vergangenen Jahr Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnete und sich über eine "Homo-Pflichtehe" lustig machte, löste breite Empörung aus.

Wenig später wurde außerdem bekannt, dass er im Privatjet eines Kreml-nahen Lobbyisten zu einem Abendessen mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán nach Budapest mitgeflogen war. Oettinger verletzte damit zwar nicht die Ethikregeln für Kommissionsmitglieder, warf aber Fragen zu seiner angeblichen Nähe zu Lobbyisten auf.

dop/AFP/Reuters



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