Guerillakrieg im Irak Ausländer werden zu Freiwild

Zwei deutsche GSG-9-Mitarbeiter sind im Irak in der Nähe der Stadt Falludscha verschwunden. In Berlin wird ihr Tod nicht ausgeschlossen. In Falludscha hat eine Gruppe Aufständischer nach eigenen Angaben inzwischen 30 Ausländer in der Gewalt und droht, sie alle zu ermorden.


US-Soldaten in Falludscha: "Wenn Amerika seine Blockade nicht aufhebt, werden den Geiseln die Köpfe abgeschnitten"
AFP

US-Soldaten in Falludscha: "Wenn Amerika seine Blockade nicht aufhebt, werden den Geiseln die Köpfe abgeschnitten"

Berlin - Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei deutsche Sicherheitsleute der Bagdader Botschaft vermisst werden. Eine Sprecherin sagte am Mittag in Berlin, die Männer seien bereits vor einigen Tagen verschwunden. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Entführung. Ein Ministeriumssprecher sagte: "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie getötet wurden."

Die beiden Männer seien beim routinemäßigen Austausch des Sicherheitspersonals der deutschen Botschaft verschwunden. Wie zuvor schon das Auswärtige Amt betonte auch der Sprecher des Innenministeriums, es gebe keine Hinweise auf eine Entführung.

Nach ARD-Informationen wurden die Männer in einem Fahrzeug-Konvoi auf dem Weg vom jordanischen Amman nach Bagdad überfallen. Der Überfall soll sich in der Nähe von Falludscha ereignet haben. Andere Fahrzeuge, die in dem Konvoi mitfuhren, sollen die Botschaft später erreicht haben.

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Jordanisch-irakische Grenze: Der Konvoi mit den Deutschen soll auf dem Weg nach Bagdad überfallen worden sein
AP

Jordanisch-irakische Grenze: Der Konvoi mit den Deutschen soll auf dem Weg nach Bagdad überfallen worden sein

Bei den Verschwundenen handele es sich um zwei Männer im Alter von 38 und 25 Jahren, berichtet das ZDF unter Berufung auf eine irakische Zeitung, die Passbilder der Männer veröffentlichte. Den Angaben des Blattes zufolge befinden sich die beiden Deutschen in der Gewalt einer irakischen Widerstandsgruppe, berichtete ein n-tv-Reporter. Er sagte, am Tag nach dem Überfall auf den Konvoi habe die deutsche Botschaft in Bagdad alle Deutschen aufgefordert, extrem vorsichtig zu sein und das Land zu verlassen.

"Brigaden des Heldenmärtyrers Scheich Ahmed Jassin" drohen mit Ermordung von 30 Ausländern

Unterdessen drohte eine irakische Gruppe auf einem heute im Fernsehen ausgestrahlten Videoband mit der Ermordung von 30 Geiseln, sollten die USA nicht ihre Blockade der Stadt Falludscha beenden. "Wir fordern den Abzug der Amerikaner und ihrer verbündeten Truppen", sagt ein maskierter Mann, der ein Kalaschnikow-Sturmgewehr hält. "Wir haben japanische, bulgarische, israelische, amerikanische, spanische und koreanische Geiseln. Es sind 30." Das Videoband wurde von dem Fernsehsender al-Arabija ausgestrahlt, der es nach eigenen Angaben von Nachrichtenagenturen erhalten hat.

Die angeblichen Geiseln waren nicht zu sehen. "Wenn Amerika seine Blockade von Falludscha nicht aufhebt, dann werden ihnen die Köpfe abgeschnitten", sagte der Sprecher auf dem Videoband.

Die Gruppe nennt sich "Brigaden des Heldenmärtyrers Scheich Ahmed Jassin". Jassin, der Gründer der militanten Palästinenserorganisation Hamas, war im vergangenen Monat von Israel getötet worden.

In Falludscha sind in den vergangenen Tagen bei Kämpfen Hunderte Menschen getötet worden. Die US-Armee hatte die Stadt abgeriegelt und dort nach den Verantwortlichen für den Tod von vier US-Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma gefahndet, deren verbrannte Leichen in der vergangenen Woche durch die Stadt geschleift worden waren. Heute nahm eine Delegation des irakischen Regierungsrats Verhandlungen mit den Freischärlern auf.

Auf anderen Fernsehaufnahmen war ein US-Bürger zu sehen, der von vermummten irakischen Freischärlern festgehalten wurde. Der Fernsehsender n-tv strahlte Aufnahmen aus, auf denen der Mann sagte: "Sie haben unseren Konvoi angegriffen." Der Mann trug Zivilkleidung, war offenbar am Arm verletzt und saß auf dem Rücksitz eines Autos neben einem maskierten Bewaffneten. Er sprach mit amerikanischem Südstaaten-Akzent. Dem Bericht zufolge wurden die Bilder auf der Straße zwischen Bagdad und Falludscha aufgenommen. Sie zeigten auch einen brennenden Tanklastwagen.

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