Haiti Aristide will aus dem Exil zurückkehren

Der vor zwei Jahren gestürzte haitianische Ex-Präsident Jean Bertrand Aristide hat seine baldige Rückkehr nach Haiti angekündigt. Der frühere Armenpriester soll sein Land um Millionen geprellt haben.


Johannesburg - Er werde so bald wie möglich in den Karibikstaat heimkehren, sagte Aristide heute dem südafrikanischen Radiosender SABC. Ein genaues Datum wolle er nach Absprache mit dem gewählten haitianischen Präsidenten Réné Préval, der Uno und anderen Ländern festlegen.

Jean-Bertrand Aristide: Erst Volksheld, dann korrupter Präsident
AP

Jean-Bertrand Aristide: Erst Volksheld, dann korrupter Präsident

Der 52-Jährige schloss eine Rückkehr in die Politik aus: Er wolle in die Bildung investieren. Der Ex-Präsident hatte Haiti im Februar 2004 unter internationalem Druck verlassen und lebt seit zwei Jahren in Südafrika im Exil.

Am vergangenen Donnerstag war der frühere Staatschef Préval zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Préval hatte einst Aristide als Regierungschef gedient, sich später aber von ihm distanziert.

Aristide war der erste frei gewählte Präsident Haitis. Am 29. Februar 2004 war er nach einem dreiwöchigen bewaffneten Aufstand außer Landes geflohen. Aristide hat das Land tief gespalten. Der ehemalige Armenpriester soll während seiner Präsidentschaft mehrere Millionen Dollar veruntreut haben. Er wirft den USA vor, ihn gewaltsam abgesetzt zu haben. Die USA haben dies zurückgewiesen.

ler/AFP



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