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US-Kongress: So lief die Halbzeitwahl

Foto: LARRY DOWNING/ REUTERS

Halbzeitwahlen-Liveticker Palin-Schützling droht Schlappe in Alaska

Trotz der Hilfe von Sarah Palin muss der erzkonservative Kandidat in Alaska eine Niederlage befürchten. Statt seiner führt Lisa Murkowski das Rennen um den Senatssitz an - obwohl sie in der Vorwahl noch verloren hatte. Alle Höhepunkte der Wahlnacht im Liveticker von SPIEGEL ONLINE.

+++ Böse Überraschung für Sarah Palin +++

[10:05 Uhr] Es könnte Wochen dauern, bis die endgültige Entscheidung feststeht, doch schon jetzt deutet vieles auf eine Sensation hin: Im Bundesstaat Alaska führt Amtsinhaberin Lisa Murkowski erneut das Rennen um den Senatssitz an - obwohl sie in der Vorwahl der Republikaner gegen Palin-Buddy Joe Miller verloren hatte. Murkowsky trat daraufhin als unabhängige Kandidatin an. Nun sind 71 Prozent der kleinen Wahlbezirke ausgezählt und Murkowski führt mit knappem Vorsprung vor Miller. Dem erzkonservativen Kandidaten konnte anscheinend auch der Support durch Republikaner-Ikone Sarah Palin nicht entscheidend helfen. Vielleicht haben die Bürger von Alaska einfach genauer auf den Kandidaten Miller geschaut: Im Wahlkampf hatte er Murkowski als zu liberal und Teil des Establishments bezeichnet. Er selber war zuvor jedoch politisch überhaupt nicht in Erscheinung getreten.

+++ Neuer Widerstand gegen Obamas Gesundheitsreform +++

[9:43 Uhr] Obama musste lange kämpfen, um seine Gesundheitsreform durchzusetzen - nun droht neuer Widerstand gegen das Prestigeprojekt des Präsidenten. Der künftige republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Eric Cantor, will so schnell wie möglich damit beginnen, die Reform zurückzudrehen. "Ich hoffe, dass wir umgehend ein Widerrufsgesetz einbringen können, wenn wir im Januar die Mehrheit übernehmen", sagte Cantor dem TV-Sender CBS-News. Die Amerikaner hätten landesweit mit ihrer Wahl die Botschaft gesendet, dass sie die Gesundheitsreform nicht wollten, so Cantor. Nach ihrem triumphalen Mehrheitsgewinn im Repräsentantenhaus können die Republikaner dort künftig alle Gesetzesinitiativen Obamas torpedieren.

+++ Homosexueller Kandidat gewinnt in Rhode Island +++

[9:30 Uhr] In Rhode Island hat der Demokrat David Cicilline einen Sitz im Repräsentantenhaus gewonnen - laut "Huffington Post" als Vierter offen homosexueller Politiker. Für die Demokraten ein wichtiger Erfolg: Es ist der Sitz, den zuvor Patrick Kennedy acht Wahlperioden lang gehalten hatte. Der Sohn des verstorben Ted Kennedy hatte im Februar angekündigt, sich nicht erneut zur Wahl zu stellen. Cicilline, 49, ist Bürgermeister der Stadt Providence. Sein Erfolg wurde von Homosexuellenverbänden begrüßt. Es sei gut für Amerika, eine weitere Stimme im Kampf gegen Diskriminierung zu haben, sagte der Wahlsieger.

+++ Clinton auf Abwegen +++

[8.58 Uhr] Wo ist eigentlich Hillary Clinton, während ihre Demokraten abgewatscht werden? Die US-Außenministerin tourt gerade in der Asien-Pazifik-Region. Zurzeit hält sie sich in Papua Neuguinea auf. Dort will sie gegen Korruption vorgehen, für die Einhaltung von Menschen- und Frauenrechten werben. Zum Wahlergebnis in der Heimat hat sie sich noch nicht geäußert.

+++ Viel Geld für nichts +++

[8.09 Uhr] Sie haben tief in die eigene Tasche gegriffen - und viele Millionen Dollar verloren. Bei den Halbzeitwahlen fielen reihenweise schwerreiche Kandidaten durch, die den Wahlkampf aus ihrem Privatvermögen finanziert haben. Das meiste Geld verpulverte die frühere Konzernchefin von eBay, Meg Whitman: Mit mehr als 140 Millionen Dollar - über 100 Millionen Euro - aus dem eigenem Vermögen hatte die Republikanerin ihren Kampf um das Gouverneursamt in Kalifornien finanziert - und gegen den viel ärmeren Demokraten Jerry Brown verloren. Auch die frühere Wrestling-Managerin Linda McMahon muss wohl die schlechteste Investition ihres Lebens abschreiben. Schätzungen zufolge gab sie bis zu 50 Millionen Dollar aus eigener Tasche für ihren Kampf um den Senatsposten in Connecticut aus. Vergeblich. Die frühere Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina gab fünf Millionen Dollar eigenen Geldes aus und unterlag in Kalifornien der Amtsinhaberin Barbara Boxer.

+++ "Ein demokratisches Blutbad" +++

[7.59 Uhr] Zeit für einen Überblick über die Meinung in den US-Medien. "Die Republikaner schwimmen oben auf der Welle der Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Lage, das Weiße Haus und den Kongress", kommentiert die "Washington Post". Auch das Magazin "Time" meint: "Der Anti-Washington-Zorn befeuert den Machtwechsel im Abgeordnetenhaus." Der Blog "The Daily Beast" beschäftigt sich mit der Situation der Demokraten und folgert: "Ein demokratisches Blutbad." Die Partei habe ihr Macht-Monopol verloren. Die "New York Times" fragt sich, was das Votum der Wähler bewirken werde - und welche Lehren die Parteien aus der Abstimmung ziehen werden.

+++ Kalifornien wählt den Umweltschutz +++

[7.41 Uhr] Die Kalifornier haben sich für die Beibehaltung eines strikten Klimaschutzgesetzes ausgesprochen, indem sie gegen die "Proposition 23" stimmten. Dies berichtet die "New York Times". "Proposition 23" sah vor, das 2006 vom scheidenden Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterzeichnete Gesetz zur Reduzierung von Treibhausgasen vorerst auszusetzen. Das jetzige Votum wurde auch als Sieg für die Umweltpolitik Schwarzeneggers gewertet und als Absage an große Ölunternehmen, die den Volksentscheid mit Millionenspenden finanziert hatten.

+++ Republikaner ergattern zehn Gouverneursposten +++

[7.34 Uhr] In zahlreichen US-Staaten regieren demnächst konservative Gouverneure. Bei den Wahlen haben die Republikaner den Demokraten in mindestens zehn Staaten die Mandate abgenommen. Der Machtwechsel gelang unter anderem in dem vormals demokratisch beherrschten Staaten Pennsylvania, New Mexico, Tennessee und Wyoming. In Oklahoma wurde die Republikanerin Mary Fallin als erste Frau ins Gouverneursamt gewählt. In South Carolina gelang der von der Tea Party unterstützten Kandidatin Nikki Haley ein knapper Sieg über ihren demokratischen Rivalen. Dennoch gab es auch vereinzelte Lichtblicke für die Demokraten. So wird der bevölkerungsreichste Staat Kalifornien künftig von einem demokratischen Gouverneur regiert.

+++ Konfettiregen und Kämpfernatur - Reid macht Demokraten Mut +++

[6.59 Uhr] Die Republikaner waren entschlossen, dem mächtigsten demokratischen Senator Harry Reid eine herbe Niederlage zuzufügen. Doch dieser konnte sich letztlich in Nevada durchsetzen - und wandte sich erleichtert an seine Anhänger. Er wisse, was es bedeute, Schläge einzustecken: "Aber ich weiß auch, dass man wieder auf die Beine kommt. Ich höre nicht auf zu kämpfen." Die nächste Runde werde jetzt eingeläutet, sagte Reid. Dann dankte er allen Unterstützern, umarmte Mitarbeiter und Konfetti regnete von der Decke.

+++ Nancy Pelosi: "Unten, aber definitiv nicht draußen" +++

[6.44 Uhr] Die linksliberale Demokratin Nancy Pelosi hat einen klaren Wahlsieg errungen: Die bisherige Parlamentspräsidentin ist von den kalifornischen Wählern auf ihrem Abgeordnetensitz in Washington bestätigt worden. In ihrem Wahlkreis in San Francisco erreichte sie nach Berechnungen des US-Senders CNN rund 78 Prozent der Stimmen. Seit über 20 Jahren hat Pelosi in ihrem Bezirk immer haushoch gewonnen. Ihr republikanischer Gegenkandidat John Dennis hatte keine Chance. Nach dem Verlust der demokratischen Mehrheit im Abgeordnetenhaus wird Pelosi allerdings als Parlamentspräsidentin abgelöst; sie war die erste Frau auf diesem Posten in der Geschichte der USA. Die "Huffington Post" folgert daher, Pelosi sei "Down, definitely not out" - "Unten, aber definitiv nicht draußen".

Tränen für den amerikanischen Traum

+++ Aufmunterung per Mail +++

[6.35 Uhr] In Florida liefern sich der Republikaner Rick Scott und die Demokratin Alex Sink ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Gouverneursamt. Noch wagt kein Sender eine Prognose, wer vorne liegt. Sink stärkte die Moral ihrer Anhänger mit hoffnungsfrohen E-Mails: "Hunderttausende Stimmen müssen noch in Broward, Miami-Dade, Hillsborough und Palm Beach ausgezählt werden - in all diesen Bezirken liegen wir vorne."

+++ Obama bietet Republikanern Zusammenarbeit an +++

[6.07 Uhr] US-Präsident Barack Obama geht nach dem Verlust der demokratischen Mehrheit im Abgeordnetenhaus auf die Republikaner zu. Obama habe mit John Boehner, der voraussichtlich neuer Präsident der Kammer wird, und dem republikanischen Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, telefoniert. Dies teilte das Weiße Haus mit. Dabei habe der Präsident erklärt, dass er sich darauf freue, "mit den Republikanern zusammenzuarbeiten, eine gemeinsame Basis zu finden, das Land voranzubringen und die Dinge für das amerikanische Volk erledigt zu bekommen". Boehner hatte Obama zuvor zu einem Kurswechsel aufgefordert. In guter Erinnerung ist noch Boehners schallendes "Hell, no!" (Zur Hölle, nein!) bei einer Debatte über die Gesundheitsreform im März geblieben.

+++ Blamage in Illinois +++

[5.53 Uhr] Debakel für die Demokraten in Illinois: Die Partei hat den bis 2008 von dem heutigen US-Präsidenten Barack Obama gehaltenen Senatssitz verloren. Der Republikaner Mark Kirk wird den Staat nun im Senat vertreten.

+++ Obama-Verbündeter Reid siegt in Nevada +++

[5.40 Uhr] Überraschung in Nevada: Der US-Senator Harry Reid hat den TV-Sendern CNN und Fox News zufolge seinen Sitz retten können. In Umfragen lag er vor der Wahl noch zurück, konnte jetzt jedoch den wichtigen Sieg für die Demokraten erringen - und einen bedeutenden Erfolg gegen die Tea Party. Reid erreichte laut CNN 51 Prozent der Stimmen. "Die Menschen hier flippen aus", berichtete eine Reporterin von der Kundgebung der Demokraten in Nevada. Seine Anhänger riefen: "Harry! Harry!" Die übereinstimmende Meinung von US-Kommentatoren: "Reid hat überlebt." Seine republikanische Konkurrentin Sharron Angle hatte das Nachsehen. Die 61-Jährige wollte einen größeren Einfluss der Kirche im öffentlichen Leben durchsetzen und sah ihre Kandidatur als eine "Mission für Gott".

+++ Freudentränen auf der Bühne +++

[5.27 Uhr] Der neue starke Mann der Republikaner konnte die Tränen nicht zurückhalten. Als er über den "amerikanischen Traum" sprach, wurden die Augen von John Boehner feucht. Als nahezu sicher gilt, dass Boehner demnächst zum Präsidenten des Abgeordnetenhaus gekürt wird, zum "Speaker" - das macht ihn zum drittmächtigsten Mann im Staat nach US-Präsident Obama und dessen Vize Joe Biden. Die jubelnde Menge begrüßte ihn mit: "Speaker, Speaker!" In seiner Stellungnahme in der Parteizentrale bedankte sich Boehner nicht nur mit Tränen, sondern auch mit markigen Worten: "Das amerikanische Volk hat dem Präsidenten eine Botschaft gesandt: 'Ändern Sie Ihren Kurs!'"

+++ Marihuana bleibt illegal in Kalifornien +++

[5.21 Uhr] Die Bewohner Kaliforniens haben mehrheitlich dagegen gestimmt, die Droge Marihuana für den allgemeinen Gebrauch zuzulassen. Dies berichten mehrere US-Fernsehsender. Bei dem zeitgleich zu den US-Kongresswahlen abgehaltenen Referendum über die "Proposition 19" sprachen sich CNN zufolge 56 Prozent der Wähler gegen das Vorhaben aus. 44 Prozent stimmten mit "Ja". Die Befürworter des Vorschlags wollten Bürgern ab 21 Jahren den Besitz, Anbau und Transport von Marihuana "für den persönlichen Gebrauch" erlauben. Seit 1996 ist in Kalifornien bereits der Marihuana-Konsum aus medizinischen Gründen gestattet.

Keine Afro-Amerikaner mehr im US-Senat

+++ Top-Managerinnen verpassen Triumph in Kalifornien +++

[5.07 Uhr] Mit der früheren eBay-Chefin Meg Whitman und der ehemaligen Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina hatten sich zwei mächtige Frauen in Kalifornien zur Wahl gestellt. Sie wollten den bevölkerungsreichsten Staat für die Republikaner sichern, konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Stattdessen triumphierten Fernsehberichten zufolge die Demokraten. Die demokratische Senatorin Barbara Boxer konnte ihren Sitz halten, Fiorina hatte keine Chance.

Heiß begehrt war auch der Gouverneursposten, den zuletzt Arnold Schwarzenegger innehatte. Er durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren und kündigte zuletzt sein Comeback auf der Leinwand an. Sein politisches Amt eroberte nun der Demokrat Jerry Brown, Whitman musste sich geschlagen geben. Das berichten die Sender CNN und MSNBC unter Berufung auf Nachwahlbefragungen.

+++ Demokraten behalten Macht im Senat +++

[5.00 Uhr] Gute Nachrichten für US-Präsident Barack Obama: Die Demokraten haben offenbar ihre Mehrheit im Senat verteidigt. Das berichten Fernsehsender auf der Grundlage von ersten Ergebnissen und Nachwahlbefragungen. In der zweiten Kammer des Kongresses, dem Repräsentantenhaus, errangen jedoch die Republikaner die Mehrheit der Sitze.

+++ Parteistratege sieht Rubio als Vize-Präsidenten 2013 +++

[4.44 Uhr] Marco Rubio könnte nach Ansicht des republikanischen Parteistrategen William Bennett eine weitaus größere Rolle in der Partei spielen als bisher: Der ehemalige Bildungsminister sieht den neuen Senator von Florida 2013 schon im Weißen Haus - als Vizepräsident. "Lasst uns feiern", schreibt Bennett im Liveblog von CNN, "aber dann lasst uns an die Arbeit gehen, wie wir es versprochen haben."

+++ Erste Asiatin wird Gouverneurin +++

[04.37 Uhr] Der US-Bundesstaat South Carolina bekommt die erste Gouverneurin asiatischer Abstammung. Die Republikanerin Nikki Haley liegt nach Auszählung der meisten Stimmen knapp vor ihrem demokratischen Mitbewerber Vincent Sheheen. Die 38-jährige Geschäftsfrau wurde im Wahlkampf von der ehemaligen Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin unterstützt - und von der Tea-Party-Bewegung. Zu den Unterstützerinnen Haleys zählte auch Jenny Sanford, Ex-Frau des bisherigen Gouverneurs Mark Sanford, der wegen einer Affäre in die Schlagzeilen geraten war.

Eine Premiere meldet auch der Bundesstaat New Mexico: Dort wird künftig eine Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln regieren. Die Republikanerin Susana Martinez luchste den Demokraten damit einen weiteren Gouverneursposten ab.

+++ Wilder Westen bei CNN +++

[4.36 Uhr] Der US-Sender CNN spielt zu den Werbepausen immer wieder sonderbare Fanfaren-Wildwest-Musik ein. Ob das eine Art Showdown ankündigen soll? Die Entscheidung um die Mehrheit im Senat steht noch immer aus.

+++ Keine Schwarzen im nächsten US-Senat +++

Barack Obama

[4.30 Uhr] Zwei Jahre nach der historischen Wahl von zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA wird der Senat wieder zum Club der Weißen. Keinem der drei schwarzen Kandidaten, die für die Demokraten in den Südstaaten Florida, South Carolina und Georgia angetreten waren, gelang bei der Wahl der Sieg gegen weiße Mitbewerber der Republikaner, wie TV-Sender auf Grundlage von Nachwahlbefragungen meldeten. Dies sei "besorgniserregend für die amerikanische Demokratie", schreibt der Jura-Professor Terry Smith in der "Huffington Post". Der bislang einzige schwarze Senator, Roland Burris aus Illinois, war bei der Wahl nicht mehr angetreten. Er hatte den Senatssitz von Obama übernommen.

Experten empfehlen Obama die "Pille danach"

+++ Republikaner erobern weiteren Senatssitz +++

[3.57 Uhr] Der demokratische Senator Russ Feingold, der Obamas Gesundheitsreform vehement unterstützte, hat offenbar seine Wiederwahl im Bundesstaat Wisconsin verpasst. "Ein großer Verlust für Feingold", kommentierte ein CNN-Journalist. Der Senatssitz geht CNN und NBC zufolge an den Republikaner und Unternehmer Ron Johnson.

+++ Erstmals schwarze Abgeordnete für Alabama +++

[3.54 Uhr] Die Demokratin Terri Sewell ist die erste schwarze Abgeordnete des Bundesstaats Alabama im Repräsentenhaus. Sie stammt aus Selma und ist Anwältin in Birmingham. Verbindungen nach Washington hat sie bereits: Sewell war an der Princeton University mit der heutigen First Lady Michelle Obama befreundet, auch Präsident Barack Obama kannte sie während ihrer Zeit an der Harvard Law School.

+++ Kopf-an-Kopf-Rennen in Pennsylvania +++

[3.46 Uhr] Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, aber das Rennen in Pennsylvania ist denkbar knapp. Der republikanische und der demokratische Kandidat liegen laut CNN gleichauf - beide kommen auf 50 Prozent der Stimmen. Einen hauchdünnen Vorsprung von 2171 Stimmen hat momentan der Republikaner Pat Toomey. Bislang war der Staat in demokratischer Hand.

+++ "New York Times" vergleicht Obama mit Bush +++

[3.22 Uhr] Die "New York Times" zieht in ihrem Liveblog Parallelen zu den Halbzeitwahlen 2006. "Zumindest in einem Punkt sind sich Präsident Obama und Präsident George W. Bush ähnlich. Das wollen Herr Obama und seine Berater im Weißen Haus zwar nicht hören, aber die Zahlen sprechen für sich. Die Wähler stimmen heute ab, um ihrer Unzufriedenheit mit dem Präsidenten Ausdruck zu verleihen, genau wie vor vier Jahren."

Nachwahlbefragungen ergaben demnach, dass 37 Prozent der Wähler mit ihrer Stimmverhalten gegen Obama protestieren wollten - 13 Prozent weniger gaben ihre Stimme ab, um sich für Obama und seine Politik auszusprechen. 2006 erging es Vorgänger George W. Bush ebenso: Bei ihm lagen zwischen Unterstützern und Gegnern 14 Prozent. Grund des Protests damals war vor allem der Irak-Krieg.

+++ Obama-Widersacher beerbt Pelosi als Parlamentspräsident +++

[3.21 Uhr] Demokraten beschimpfen ihn als Nein-Sager, Konservative zollen ihm Respekt für seine Blockadehaltung gegenüber Obama: Der Republikaner John Boehner ist umstritten - und könnte demnächst einer der mächtigsten Politiker in den USA sein. Sollte seine Partei wie vorhergesagt die Mehrheit in der großen Kongresskammer von den Demokraten übernehmen, würde Boehner dort höchstwahrscheinlich neuer Parlamentspräsident. Bislang hatte die Obama-Vertraute Nancy Pelosi das Amt inne. Boehner selbst hat seine Wahl im Bundesstaat Ohio nach Prognosen von US-Medien souverän gewonnen.

+++ Bittere Pille für Obama - und ein Ausweg +++

[3.08 Uhr] Es sieht nicht gut aus für die Demokraten. Die Experten des Magazin "Foreign Policy" empfehlen US-Präsident Barack Obama daher ein Programm für den Morgen nach den Kongresswahlen. Kurzum: "The Morning-After Pill", die "Pille danach". Sie schlagen Obama 14 Punkte vor. Unter anderem müsse der Präsident die Nähe zu den Bürgern suchen, ihnen seine Politik besser erklären. Er müsse sich stärker für den Klimaschutz engagieren und die Abhängigkeit der USA vom Öl verringern. Er solle zudem die Lohnnebenkosten senken, um die Arbeitslosigkeit zu drücken. Alle 14 Punkte finden Sie hier.  "Daily Beast"-Chefredakteurin Tina Brown hat vor allem einen Wunsch: "Ich hoffe, dass Obama am Mittwochmorgen dieses ganze Gerede darüber beendet, dass er Washington ändern will." Das sei so, als ob ein neuer Studioboss Hollywood ändern wolle.

"God bless you. Let's party!"

+++ Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten für die Demokraten +++

[3.01 Uhr] Der US-Fernsehsender CNN schreibt in seinem Liveblog: "Letzte Prognosen: Die gute Nachricht für die Demokraten bisher: Es ist alles nicht ganz so furchtbar, wie es sein könnte, nach den aktuellen Prognosen zu urteilen. Die schlechte Nachricht: Es ist dennoch ziemlich übel."

+++ "God bless you. Let's party!" +++

[2.40 Uhr] Jubel trotz Niederlage: Die republikanische Senkrechtstarterin Christine O'Donnell hat sich an ihre Anhänger gewandt. Bei der Senatswahl in Delaware ist die Kandidatin der Tea-Party-Bewegung zwar gescheitert, doch bescheidener ist sie nicht geworden. "Wir werden jetzt nicht leise sein", versprach O'Donnell und schloss mit den Worten: "God bless you. Let's party!", zu Deutsch: "Gott segne Euch. Lasst uns feiern!" Die 41-Jährige hatte Sex außerhalb der Ehe und Masturbation als Sünde verdammt und die Gesundheitsreform Obamas als Verbrechen bezeichnet. Abtreibung wollte sie selbst bei Vergewaltigung oder Inzest verbieten und nur bei Lebensgefahr für die Mutter erlauben.

+++ Kür der kuriosesten Kandidaten +++

[2.32 Uhr] Jimmy McMillan hat zwar nicht den Gouverneursposten von New York erobert - dafür aber eine Auszeichnung der besonderen Art erhalten. Der Blog "Daily Beast" kürte ihn zum Kandidaten mit der "besten Gesichtsbehaarung". McMillan ist Karatelehrer, Ex-Postbeamter und Soldat a.D., seine Partei heißt "Die-Miete-ist-verdammt-zu-hoch-Partei". Trotz seines dürftigen Wahlprogramms - die Senkung der Mieten ist sein einziges Anliegen - ist McMillan zum Kultstar im Internet geworden. Die Blogger des "Daily Beast" sind der Meinung, dass all die Aufregung um McMillan seinen "beachtlichen Barttrimmungskünsten" geschuldet sei.

+++ TV-Sender sehen republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus +++

[2.23 Uhr] Die Republikaner haben nach Berechnungen von TV-Sendern die Mehrheit im US-Abgeordnetenhaus gewonnen. Sie haben damit den Demokraten von Präsident Barack Obama eine schwere Niederlage zugefügt, berichten Fox News, MSNBC und CNN. Die Demokratische Partei verfehlte die für die Mehrheit nötige Mindestzahl von 218 Sitzen in der 435 Mitglieder zählenden Kongresskammer. Der Ausgang im Senat ist hingegegen noch unsicher.

+++ Demokrat Cuomo neuer Gouverneur von New York +++

[2.16 Uhr] Der demokratische Kandidat, Andrew Cuomo, hatte im Bundesstaat New York kuriose Konkurrenten: Einen Kriegsveteranen mit dem Beinamen "Papa Schlumpf", eine pensionierte Puffmutter und einen für seine verbalen Entgleisungen berüchtigten Erzkonservativen. Doch Cuomo konnte sich durchsetzen - und wird künftig Gouverneur von New York. Cuomo tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters Mario, der von 1983 bis 1994 Gouverneur von New York war.

+++ Senatssitz von North Dakota geht an Republikaner +++

[2.02 Uhr] Der Republikaner John Hoeven hat den nächsten Senatssitz erobert. Er setzte sich gegen die demokratische Gegenkandidatin durch - auch weil er auf bessere finanzielle Unterstützung zählen konnte. Allein im September sammelte Hoeven 3 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf.

+++ Wrestling-Lady scheitert in Connecticut +++

[1.45 Uhr] Linda McMahon ist Republikanerin, Multimillionärin und Ex-Chefin des größten Wrestling-Konzerns der Welt - und sie wollte Senatorin werden. Doch im Bundesstaat Connecticut musste sich McMahon geschlagen geben. Den von den Demokraten gehaltenen Sitz im US-Senat konnte sie nicht erobern. Dem Sender CNN zufolge kam McMahon auf 47 Prozent der Stimmen, ihr demokratischer Gegenkandidat Richard Blumenthal auf 51 Prozent. Amtsinhaber Chris Dodd war nach 30 Jahren nicht erneut angetreten.

Drei Stimmen von der Internationalen Raumstation ISS

+++ Hoffnungen auf demokratischen Sieg in West Virginia +++

[1.38 Uhr] Die Demokraten hoffen auf einen Senatsitz im Bundesstaat West Virginia: Einer Prognose des TV-Senders NBC zufolge hat ihr Kandidat Joe Manchin einen Sieg in dem Bundesstaat eingefahren - dies wäre ein wichtiger Triumph für seine Partei. Demnach hat er sich gegen seinen konservativen Kontrahenten John Raese durchgesetzt. Das Rennen um den Senatssitz in dem eher konservativ geprägten Staat war lange sehr spannend. Der Ausgang in West Virginia gilt als Gradmesser für den Verlauf des Wahlabends, weil hier die Wahllokale früher schließen als in vielen anderen Staaten.

+++ Republikaner erobert Senatssitz in Arkansas +++

[1.31 Uhr] Arkansas ist die Heimat des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, der Bundesstaat war bislang fest in demokratischer Hand. Nun hat der Republikaner John Boozman das Rennen um den Senatssitz für sich entscheiden können. Er hat sich der Demokratin Blanche Lincoln ihren Sitz abgenommen. Lincoln hatte die Gesundheitsreform von US-Präsident Obama entschieden unterstützt.

+++ Triumph für die Republikaner in New Hampshire +++

[1.20 Uhr] Die konservative Kandidatin Kelly Ayotte hat sich im Kampf um den Senatssitz von New Hampshire durchgesetzt. Sie gewann gegen den Demokraten Paul Hodes. Ayotte wurde von der früheren Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, unterstützt.

+++ Erzkonservative O'Donnell scheitert in Delaware +++

[1.12 Uhr] Sie stieg zum Star der Tea-Party-Bewegung auf - und schockierte mit haarsträubenden Thesen: Christine O'Donnell. Nun muss sie eine herbe Niederlage hinnehmen. Nach einer CNN-Prognose ist die erzkonservative Politikerin bei der Wahl zum US-Senat in Delaware gescheitert. Die Bürger in dem kleinen Staat an der Atlantikküste wählten den demokratischen Kandidaten Chris Coons. O'Donnell hatte Sex außerhalb der Ehe und Masturbation als Sünde verdammt und die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama als Verbrechen bezeichnet.

+++ Tea-Party-Politiker gewinnt Senatssitz in Florida +++

[1.00 Uhr] Erfolg für die Tea Party im "Sunshine State": Der Republikaner Marco Rubio hat den Senatssitz in Florida errungen, berichtet der TV-Sender CNN nach eigenen Hochrechnungen. Der 39-jährige Anwalt kubanischer Herkunft setzte sich in dem südlichen Bundesstaat gegen einen unabhängigen Kandidaten und einen Kandidaten der Demokraten durch.

+++ Auch in der Internationalen Raumstation ISS wird gewählt +++

[0.57 Uhr] Drei Stimmen wurden nach Angaben von CNN im entlegensten Wahllokal der Welt abgegeben, in der Internationalen Raumstation ISS. Die Astronauten Scott Kelly, Douglas Wheelock und Shannon Walker übermittelten ihre Stimme über eine gesicherte Leitung an das Johnson Space Center, von wo aus diese an die jeweiligen Heimatstaaten weitergeleitet wurden.

+++ Senat: Vermont bleibt demokratisch, South Carolina republikanisch +++

[0.55 Uhr] Laut CNN wird im US-Bundesstaat Vermont der Demokrat Patrick Leahy wiedergewählt und wird eine siebte Amtszeit im Senat absolvieren. In South Carolina zieht der Republikaner Jim DeMint ein zweites Mal in das Parlament ein.

+++ Demokraten droht in Indiana bittere Niederlage +++

[0.46 Uhr] Den Demokraten steht bei den Kongresswahlen im Bundesstaat Indiana aktuellen Hochrechnungen zufolge eine heftige Niederlage bevor. Demnach verlieren dort mehrere demokratische Amtsinhaber ihre Sitze im Abgeordnetenhaus. Das lässt laut Expertenvorhersagen auf eine hohe Niederlage für die Partei von US-Präsident Obama in der großen Kongresskammer schließen.

Erster Tea-Party-Kandidat erringt Senatssitz

+++ Republikaner verteidigen Senatssitz in Ohio +++

[0.35 Uhr] Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hat der Republikaner Rob Portman das Rennen um einen Platz im Senat in Ohio gewonnen. Portmann liegt demnach uneinholbar vor seinem demokratischen Herausforderer Lee Fisher, dessen Partei den Wahlkampf allerdings schon vor Monaten verloren gegeben hatte. Portman gilt als enger Vertrauter des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Er tritt die Nachfolge seines Parteifreundes George Voinovich an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidierte.

+++ Tea-Party-Kandidat Rand Paul erringt Senatssitz +++

Tea-Party-Bewegung

[0.10 Uhr] Übereinstimmend melden CNN, das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Associated Press, dass der Republikaner Rand Paul, ein Liebling der konservativen , von den Wählern in Kentucky in den Senat gewählt worden ist. Zudem sei auch der Erfolg seines Parteikollegen Dan Coats in Indiana sicher. In South Carolina habe der Republikaner Jim DeMint seinen Senatssitz verteidigt. In Vermont sei dagegen der Demokrat Patrick Leahy zu seiner siebten Amtszeit wiedergewählt worden.

+++ Senatssitz der Demokraten in Indiana in Gefahr +++

[23.55 Uhr] Allmählich werden die ersten Auszählungsergebnisse bekannt. In Kentucky melden zwei Prozent der Wahlbezirke Resultate. Danach liegt der republikanische Senatskandidat Paul Rand klar vor seinem demokratischen Widersacher Jack Conway. Die Nachrichtenagentur Reuters sagt Rand schon als Gewinner voraus, der für seine Partei den Senatssitz verteidigt habe. In dem Bundesstaat führen Hochrechnungen zufolge zudem in fünf von sechs Wahldistrikten die republikanischen Kandidaten für das Repräsentantenhaus.

Auch in Indiana liegt im Kampf um Senatssitze der Republikaner Dan Coats vor dem Demokraten Brad Ellsworth. Reuters prophezeit auch hier einen Sieg des Republikaners, der damit den Demokraten einen Senatssitz abnehme. In acht von neun Wahldistrikten für das Repräsentantenhaus liegen zudem die republikanischen Kandidaten vorn.

+++ Obama will mit den Republikanern kooperieren +++

Obama

[23.37 Uhr] stellt sich offensichtlich auf eine Niederlage ein: "Meine Hoffnung ist, dass ich mit den Republikanern zusammenarbeiten kann", sagte er einem Sender in seiner Heimatstadt Chicago. Am Mittwoch will er sich am späten Nachmittag (18 Uhr MEZ) auf einer Pressekonferenz zum Wahlausgang äußern.

+++ Senatssitz in South Dakota geht an Republikaner John Thune +++

[23.31 Uhr] Ein Ergebnis liegt bereits vor: In South Dakota wurde John Thune in den Senat gewählt. Der Republikaner hatte keinen demokratischen Gegenkandidaten.

+++ In den ersten Bundesstaaten schließen die Wahllokale +++

[23.24 Uhr] Um 23 Uhr MEZ schlossen in den US-Bundesstaaten Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont und Virginia die Wahllokale. Mit ersten Hochrechnungen wird gegen Mitternacht MEZ gerechnet.


[23.15 Uhr] Herzlich willkommen zum Liveticker von SPIEGEL ONLINE zu den Halbzeitwahlen in den USA. Bei den Midterm Elections wählen die Amerikaner ein Drittel des Senats, das gesamte Repräsentantenhaus und Dutzende Gouverneure neu. Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus. Bisher waren 256 von Demokraten besetzt und 178 von Republikanern. Ein Mandat war vakant. Im 100-köpfigen Senat sind 37 Sitze neu zu besetzen.

So wie in Deutschland Landtagswahlen oft als Plebiszit zur Bundespolitik ausgelegt werden, gelten die Halbzeitwahlen in den USA vor allem als Abstimmung über die Politik von Präsident Barack Obama. Letzten Meldungen zufolge muss der demokratische Präsident mit deutlichen Gewinnen der Republikaner rechnen. Es wird erwartet, dass sie im Repräsentantenhaus die Mehrheit erringen werden; im Senat gehen Beobachter von einem engen Wahlergebnis aus. Ein von den Republikanern kontrollierter Kongress könnte Obamas Handlungsmöglichkeiten deutlich einschränken.

Auch für die Republikaner haben die Wahlen übergeordnete Bedeutung: Sollten extrem konservative Kandidaten gut abschneiden, dürfte dies Auswirkungen auf die Parteilinie haben - und womöglich auch darauf, wer 2012 gegen Obama als Präsidentschaftskandidat antritt.

Es steht ein spannender Wahlabend bevor. SPIEGEL ONLINE liefert aktuelle Informationen, Hintergründe und Analysen.

kgp/ulz/ffr/Reuters/AP/dpa/dapd
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