Hamas-Erfolg Rice sichert Fatah Unterstützung zu

Nach dem voraussichtlichen Wahlsieg der Hamas-Extremisten hat US-Außenministerin Condoleezza Rice Palästinas Präsidenten Mahmud Abbas ihre Unterstützung zugesagt. Gleichzeitig erteilte Rice Gesprächen mit der Hamas eine Absage.


Ramallah/Davos - Rice habe den Präsidenten heute angerufen, sagte Abbas' Sprecher Nabil Abu Rdainah. "Sie sagte Präsdient Abbas, dass die US-Regierung ihn und seine Politik weiter unterstützen wird." Rice habe sich Abbas' Einschätzung der politischen Lage angehört und weitere Kontakte mit ihm vereinbart.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigte Rice die Haltung der USA, keine Kontakte mit der Hamas zu unterhalten, solange diese nicht ihr Ziel einer Zerstörung Israels aufgibt und der Gewalt abschwört. "Man kann nicht gleichzeitig Terrorist und Politiker sein", sagte die Außenministerin.

"Die Palästinenser haben sich augenscheinlich für einen Wechsel entschieden. Wir glauben aber, dass ihr Wunsch nach Frieden unverändert bestehen bleibt", erklärte Rice. "Es kann keinen Friedensprozess geben, wenn eine Seite nicht die Rechte des Partners anerkennt." Rice forderte die internationale Gemeinschaft auf, klar zu ihren Prinzipien zu stehen und die Palästinenser zum Gewaltverzicht zu bewegen.

Abbas' Fatah-Bewegung hatte gestern die Wahl Angaben beider Parteien zufolge gegen die Hamas verloren. Die Bekanntgabe des Wahlergebnisses verzögerte sich heute. In einem nächsten Schritt muss Abbas dann einen Auftrag zur Bildung einer Regierung erteilen. Diesen erhält normalerweise die größte Fraktion im Parlament.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.