Hamid Karzai Mitfluggelegenheit nach Berlin

Am kommenden Sonntag wird der afghanische Interimspremier Hamid Karzai in Berlin mit Bundeskanzler Gerhard Schröder über den Wiederaufbau seines Landes sprechen. Möglicherweise fliegt er per Anhalter. Außenminister Joschka Fischer plant nämlich eine Stippvisite in Kabul.


Berlinbesucher Karzai
AP

Berlinbesucher Karzai

Berlin - Karzai kommt vom 17. bis 19. Februar nach Deutschland. Auf dem Rückweg aus Kabul werde Fischer den Regierungschef eventuell in seiner Maschine mitnehmen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch. Das werde derzeit geprüft.

Karzai kommt nach Regierungsangaben auf Einladung von Bundeskanzler Gerhard Schröder am Sonntag zu einem dreitägigen Besuch nach Deutschland. Fischer befindet sich bis zum Samstag auf einer Vermittlungsmission im Nahen Osten. Ursprünglich wollte der Minister schon vor einer Woche Kabul besuchen. Wegen schlechter Wetterverhältnisse war der Flug aber abgesagt worden.

Schröder werde Karzai am Montag zu Gesprächen im Bundeskanzleramt empfangen, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Charima Reinhardt in Berlin mit. Im Mittelpunkt stehen die Lage in Afghanistan und die Unterstützung Deutschlands und der internationalen Gemeinschaft beim Wiederaufbau des Landes. Weitere Gespräche sind mit Bundespräsident Johannes Rau und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse geplant.

Mit der Einladung Karzais wolle die Bundesregierung ihr Engagement für den Wiederaufbau Afghanistans unterstreichen, sagte Reinhardt. Die Bundesregierung war Gastgeber der Petersberger Konferenz zur politischen Zukunft Afghanistans Ende November/Anfang Dezember, während der Karzai zum Übergangsregierungschef für zunächst sechs Monate bestimmt worden war. Karzai war bei der Konferenz in der Nähe von Bonn nicht anwesend, weil er zu der Zeit noch gegen radikal-islamische Taliban im Süden Afghanistans bei Kandahar gekämpft hatte.

Karzai bemüht sich derzeit um die Ausweitung des Mandats der internationalen Schutztruppe (Isaf) über Kabul hinaus auch auf andere Provinzen. Verteidigungsminister Rudolf Scharping hatte ihn am Dienstag bei einem Besuch in Kabul aufgefordert, den Vereinten Nationen bis April zu sagen, ob er mehr Soldaten für die Schutztruppe benötige und welche Aufgabe sie haben sollten. Eine Führungsrolle der Schutztruppe nach den Briten hatte Deutschland allerdings abgelehnt.



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