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20. November 2013, 09:19 Uhr

Reaktion auf Spionage-Affäre

Indonesien friert Beziehungen zu Australien ein

Australiens Geheimdienst soll das Handy des indonesischen Präsidenten Yudhoyono abgehört haben. Der Staatschef reagiert barsch: Sein Land stoppt die militärische Zusammenarbeit mit der Regierung in Canberra.

Jakarta - Indonesien zieht Konsequenzen aus den Enthüllungen über das australische Ausspionieren des indonesischen Präsidenten-Handys. Seine Regierung habe die militärische Zusammenarbeit und den Austausch von Geheimdienstinformationen mit Canberra gestoppt, sagte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono am Mittwoch in einer Fernsehansprache. "Das ist ein logischer Schritt, den Indonesien tun muss", begründete der Staatschef seine Entscheidung.

Australiens Führung müsse Vorwürfe aufklären, wonach australische Geheimdienste seine Handy-Telefonate sowie die seiner Frau und hochrangiger Regierungsmitglieder abgehört haben sollen. Diese Informationen gehen aus Unterlagen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hervor.

Der Sender ABC hatte am Montag berichtet, australische Geheimdienste hätten das Handy von Yudhoyono 2009 gut zwei Wochen lang ausspioniert. Der Versuch, in ein Gespräch hineinzuhören, sei aber gescheitert.

Australien verweigert Entschuldigung

Der Schritt der indonesischen Regierung könnte Australien empfindlich treffen. Beide Länder arbeiten zusammen daran, Bootsflüchtlinge zu stoppen, die über Indonesien nach Australien gelangen wollen, um dort politisches Asyl zu beantragen. Premier Tony Abbott hat den Kampf gegen die illegale Einwanderung zu einer seiner vorrangigsten Aufgaben erklärt und ist dafür auch auf indonesische Geheimdiensterkenntnisse angewiesen.

Ein Grund für die öffentliche Kritik Yudhoyonos an Australien dürfte auch der anstehende Wahlkampf in Indonesien sein. Im kommenden Jahr finden in dem südostasiatischen Land Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Der Regierungspartei droht laut Meinungsumfragen der Machtverlust.

Die australische Regierung hat bislang nicht auf Yudhoyonos Ankündigung reagiert. Eine Entschuldigung lehnt Canberra ab. Indonesiens Präsident sagte in seiner Rede, gute Beziehungen zwischen beiden Staaten werde es erst wieder geben, wenn Premier Abbott die Vorwürfe aufgeklärt habe.

syd/Reuters

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