Neues Sicherheitskonzept Hawaii bereitet sich auf möglichen Raketenangriff Nordkoreas vor

Hawaii probt den Ernstfall: Ab November sollen auf der Insel Alarmsirenen eingesetzt werden, um vor einem möglichen Raketenangriff Nordkoreas zu warnen.
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Foto: PATRICK BAZ/ AFP

Hawaii ist der erste US-amerikanische Bundesstaat, der sich auf eine mögliche Raketenattacke Nordkoreas vorbereitet. Die Bundesbehörde für Krisenschutz stellte am Freitag ein Sicherheitskonzept vor, über das mehrere US-amerikanische Medien berichten. Damit könnten die Krisenpläne aus den Zeiten des Kalten Krieges wieder reaktiviert werden. Raketen aus Nordkorea könnten die Insel problemlos erreichen, zuletzt hatte das Land mehrfach Interkontinentalraketen getestet.

Im November sollen in Hawaii erste Testläufe starten. Eine Alarmsirene soll auf der Insel eingesetzt werden, die immer am ersten Arbeitstag jedes Monats heulen und damit den Ernstfall testen soll, um Bürger vor einem Raketenangriff zu warnen. Das letzte Mal wurde solch eine Sirene zu Zeiten des Kalten Krieges in den Achtzigerjahren verwendet.

Den Plänen zufolge sollen Informationsbroschüren und eine TV- und Radiokampagne die Bürger Hawaiis über den Ablauf der Testläufe informieren. "Wenn die Leute nicht informiert sind, fürchten sie sich womöglich vor dem Geräusch", sagte Toby Clairmont, Leiter der Hawaiianischen Katastrophenschutzbehörde. Um die Menschen geeignet darauf vorzubereiten, brauche man einige Monate Vorlaufzeit.

Eine Rakete könnte die Insel innerhalb von 20 Minuten treffen

Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass eine von Nordkorea abgeschossene Rakete innerhalb von 15 bis 20 Minuten auf der Insel einschlagen könnte. Die Instruktionen seien deshalb relativ simpel: "Bringen Sie sich in Sicherheit und warten Sie auf weitere Anweisungen. Sie werden keine Zeit haben, Ihre Familienmitglieder zu suchen - die Automatismen müssen schnell greifen", sagte ein Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde bei der Vorstellung des Konzepts.

Die hawaiianische Tourismusbehörde beobachtet die Pläne mit Sorge. Sie fürchtet, dass solche Pläne Touristen verunsichern könnte. "Solche Maßnahmen würden die Menschen, die vom Tourismus abhängig sind, unmittelbar zu spüren bekommen", teilte die Behörde mit.

Für die Bürger der Insel sind solche Schutzmaßnahmen aber nicht völlig neu: Weil die Insel in der Vergangenheit oft von Tsunamis heimgesucht wurde, existieren bereits einige Krisenpläne. Den Bewohnern wird zum Beispiel in der Wirbelsturmsaison stets empfohlen, eine Lebensmittel-Notfallversorgung bereitzuhalten, die 14 Tage reicht.

hej
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