Außenminister und die Flugbereitschaft Maas nicht mobil

Mehr als 300.000 Kilometer ist der Bundesaußenminister bereits mit der Flugbereitschaft durch die Welt gereist, von den Pannen der Politiker-Airline wurde er dabei verschont - bis jetzt. Heiko Maas sitzt in Mali fest.

DPA

Aus Bamako berichtet


Es ist kurz vor 20 Uhr, der Minister hält gerade eine Rede auf dem Kulturfestival Donko Ni Maayo in Bamako, als der Protokollchef und der deutsche Botschafter in Mali die Köpfe zusammenstecken. In der Delegation kommt Unruhe auf: Das kann nichts Gutes bedeuten.

Wenig später lässt Heiko Maas (SPD) seine Delegation zusammenrufen. Der Minister informiert die Mitreisenden, dass der A319 der Flugbereitschaft kaputt sei und nicht mehr nach Berlin zurückfliegen kann. Alternativen würden derzeit geprüft.

Ein paar Telefonate später steht fest: Die Hydraulik des Fahrwerks des Airbus ist kaputt. Den Mitreisenden wird freigestellt, sofort zum Flughafen aufzubrechen und mit einem Linienflug der Air-France-Maschine über Paris nach Berlin zurückzukehren. Stattdessen entscheidet sich die Delegation dafür, noch eine Nacht in Bamako verbringen.

Er sei jetzt 300.000 Kilometer pannenfrei geflogen, sagte Maas. Irgendwann erwische es jeden.

Zwar steht ein A340 der Flugbereitschaft zur Verfügung, aber es wird bis zum Freitagmorgen dauern, bis die Crew in Berlin ist, um den Airbus nach Mali zu fliegen. Die muss dann zwar erst mal ihre offizielle Ruhepause einhalten, aber zum Glück kann der Pilot des liegen gebliebenen A319 auch den A340 fliegen.

Der A319 der Flugbereitschaft galt bislang nicht so pannenanfällig wie die größeren Brüder des A340.

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Die Westafrikareise des Außenministers hatte am Sonntagnachmittag vom militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel reibungslos begonnen. Mit dem Airbus ging es zunächst planmäßig nach Freetown, Sierra Leone, und am Montag weiter nach Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso.

Von dort allerdings musste Maas am Mittwoch ein Charterflugzeug des Sahel Aviation Service nehmen, um nach Gao zu kommen. Das liegt an der Landebahn der malischen Stadt: Sie ist zu kurz für einen Airbus A319.

Die private Airline brachte den Außenminister und seine Delegation schließlich nach Bamako. Der Airbus wurde derweil aus logistischen Gründen in Dhakar im Senegal zwischengeparkt. Von dort flog er am Donnerstag nach Bamako - wo am Abend der Schaden festgestellt wurde.

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r_dawkins 01.03.2019
1. Alle zwei Wochen
Sitzt ein Politker mit der Flugbereitschaft fest. Wenn das ganze jetzt nicht langsam peinlich wird, weiß ich auch nicht. Das ist schlimmer als beie einem Vorstadtverein. Funktioniert wieder was nicht, naja
kleinsteminderheit 01.03.2019
2. Na, das passt ja
Da kann Herr Maas ja mal mit seinem Parteifreund Scholz über die Finanzierung der Bundeswehr reden. Denn über die läuft auch die Flugbereitschaft. Vorerst ist es gar nicht schlecht, wenn immer mal wieder ein Minister irgendwo auf der Welt festsitzt. Wäre doch ungerecht, wenn bei der Truppe nichts mehr fliegt, schwimmt, fährt oder schießt aber bei den Politikerfliegern alles funktionierte. Solche Zwangspausen sind ein wertvolles Geschenk. Die Termine platzen, man kann nichts tun als warten, ist vielleicht froh, dass man von ein paar eigenen Soldaten mit hoffentlich funktionierender Ausrüstung bewacht wird und hat viel Zeit zum Nachdenken. Z.B. darüber, was von der Bundeswehr nach 25 Jahren Sparkurs noch übrig ist außer demotivierten Menschen ohne funktionierendes Material.
caronaborealis 01.03.2019
3. Peinlich, Peinlich
Das ist der Gipfel der Peinlichkeit. Wo bleibt da die bielgepriesene Deutsche Wertarbeit?
solosola 01.03.2019
4. warum fliegen die nicht first wo es geht oder business
mit Linie, viel billiger und augenscheinlich auch sicherer und vor allem zuverläassiger
weltmann 01.03.2019
5. Unsere Politiker...
Interessant.... der Regierungsflieger ist kaputt, es besteht die Möglichkeit stattdessen mit einer Air France Linienmaschine zurückzufliegen. Stattdessen wartet Herr Maas zwei Tage bis ihn eine offizielle Maschine aus Berlin abholen kann. Das ist dem Steuerzahler gegenüber wirklich mehr als unverantwortlich!!!
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