Panne am Regierungsjet Teurer Heimflug für Minister Maas

Die Bundeswehr musste extra einen A340 nach Afrika schicken, um Außenminister Maas abzuholen - weil erneut ein Regierungsflieger eine Panne hatte. Trotz der 300.000-Euro-Aktion verpasst Maas einen wichtigen privaten Termin.
Heiko Maas

Heiko Maas

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Außenminister Heiko Maas nahm die Panne mit Fassung. Am Donnerstagabend, gerade hatte der Chefdiplomat in der malischen Hauptstadt Bamako seinen letzten Termin absolviert, hatte die Bundeswehr eine schlechte Nachricht: Der Jet des Ministers, ein A319 der Flugbereitschaft, war defekt. Am Fahrwerk leckte die Hydraulik. Mit dem Heimflug nach Berlin, das wurde kurz darauf klar, wurde es nichts. Stattdessen ging es zurück ins Hotel.

Die Panne ist für die Bundeswehr eine neue Schlappe. Seit die Kanzlerin auf ihrem Weg zum G20-Gipfel in Argentinien umdrehen und mit einer Linienmaschine nach Buenos Aires fliegen musste, kommt die sogenannte Weiße Flotte nicht mehr aus den Schlagzeilen. Mit neun Flugzeugen - zwei große A340, zwei kleinere A321 und A319 und vier Businessjets - fliegt die Regierung zu ihren Terminen weltweit. Kürzlich aber wirkte es, als ob die Jets mehr stehen als fliegen.

Bei Maas entwickelte sich die Heimreise zu einem Logistik-Drama. Zunächst wurde überlegt, die gut 30-köpfige Delegation einfach in den nächsten Air-France-Flug zu stecken, die französische Airline fliegt kurz vor Mitternacht jeden Tag von Bamako nach Paris. Die Variante wurde verworfen, es wäre auch sehr knapp geworden. Dann erwog die Luftwaffe, einen A400-Militärflieger aus Niger abzuziehen. Auch das klappte nicht, das Flugzeug war fest eingeplant.

Am Ende blieb nur die umständlichste aller Lösungen: Während der Nacht alarmierte die Luftwaffe die Crew eines der großen A340-Jets, der in Deutschland bereitstand. Am frühen Morgen brachen die Piloten von Köln-Wahn nach Afrika auf, um 15 Uhr landeten sie. Dann sollte es gegen 16 Uhr zurück nach Berlin gehen, dort erwartet man den sogenannten Kanzler-Jet kurz nach Mitternacht. Der A319 hingegen muss erst vor Ort repariert werden.

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Für das Verteidigungsministerium ist die neue Panne ärgerlich. Fast 20 Minuten musste sich Ursula von der Leyens Sprecher in der Regierungspressekonferenz viele bohrende Fragen anhören. Die Statistik, laut der die Regierungsflieger in den vergangenen Jahren eine ziemlich kleine Pannen-Quote hatten, half ihm wenig. Stattdessen blieb ihm nur übrig, auf die geplanten Neuanschaffungen zu verweisen. So soll 2020 ein neuer A350 zur Weißen Flotte stoßen, in den Jahren darauf folgen zwei weitere neue Jets.

Die aufwendige Heimholaktion für den Minister wird für den Steuerzahler nicht ganz billig. Laut internen Zahlen der Bundeswehr kostet jede Flugstunde des A340 rund 24.000 Euro, dazu kommen aber noch die Crew und die Verpflegung für die Fluggäste. Rechnet man Verschleiß und Instandsetzung hinzu, erhöht sich der Stundenpreis sogar auf 35.000 Euro. Alles in allem werde die Rechnung für die Heimhol-Operation folglich mindestens 300.000 Euro kosten, hieß es.

"Davon geht die Welt nicht unter"

Maas zeigte sich in Bamako trotzdem gelassen. Es passiert im Alltag eines Ministers nicht allzu oft, dass ein ganzer Tag geschenkt wird. Maas verschwand am Donnerstagabend relativ früh, während der Rest der Delegation den Tag im Garten des Hotels bei Bier und Gin Tonic ausklingen ließ. Am Freitagmorgen dann tauchte der Minister als einer der Letzten im Frühstücksraum des Hotels Azalai auf. Vorher hatte er mit der Luftwaffencrew Kaffee getrunken.

Die Coolness ist durchaus beabsichtigt. Vor einigen Monaten hatte sein Kollege Müller aus dem Entwicklungsressort nach einer ähnlichen Panne in Afrika regelrecht gewütet und sah schon den guten Ruf Deutschlands gefährdet. Doch Maas reagierte anders. "Das ist die erste Panne, die ich erlebe", sagte er, "davon geht die Welt nicht unter." Betont ruhig setzte er hinzu, auch solche Verzögerungen gehörten zum Job eines vielreisenden Außenministers.

Ein bisschen traurig war der Minister vermutlich schon. Da er einen Tag später nach Hause kommt, verpasst er den Geburtstag seines Sohns. Maas versicherte in Bamako, er habe lange mit ihm gesprochen und um Verständnis geworben. Auch das gehört zum Job.

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