Kritik aus Peking Maas verteidigt Treffen mit Hongkong-Aktivist

Außenminister Heiko Maas gibt sich unbeeindruckt: Nach der Kritik aus China an seinem Treffen mit Joshua Wong kündigt der SPD-Politiker an, auch in Zukunft Aktivisten zu treffen.


Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sein Treffen mit dem Hongkong-Aktivisten Joshua Wong verteidigt. Er werde auch weiterhin Menschenrechtsanwälte und Aktivisten treffen, betonte Maas in Berlin. "Unsere grundsätzliche Position zu Chinas "Ein Land, zwei Systeme"-Politik ist unverändert. Und wir unterstützen die Rechte, die Hongkong im Rahmen dieser chinesischen Politik genießt", sagte der Außenminister. "Wir haben uns immer dafür ausgesprochen, dass diejenigen, die in Hongkong demonstrieren, auch ihre Meinung auf der Straße äußern können."

Maas verwies auch auf die jüngste Reise von Kanzlerin Angela Merkel nach China. "Wenn die Kanzlerin in Peking ist, trifft sie auch Menschenrechtsanwälte, Aktivisten. Wenn ich in Peking bin, tue ich das auch", sagte der Außenminister. "Und wenn ich in Berlin bin, tue ich das genauso und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern."

China hatte die Zusammenkunft mit Wong scharf missbilligt, den deutschen Botschafter ins Außenministerium einbestellt und Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen angekündigt. Wong sei ein Organisator gewaltsamer Proteste, kritisierte der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, am Vortag.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet zunehmenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten. Aus den Reihen der Protestbewegung gab es ebenfalls Gewalt.

cte/dpa

insgesamt 104 Beiträge
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Seite 1
viceman 12.09.2019
1. Was das Maasmännchen
da macht, kann man auch Einmischung nennen... Ich wünschte mir, dass manchmal eine ähnliche Haltung zu anderen Ländern möglich wäre. Ich hätte da ein paar Ideen...
gms1 12.09.2019
2. Wäre ja wohl noch schöner,
Wenn er nicht treffen könnte wen er wollte Demokratie ist für die chinesische Regierung eine echte Horrorvorstellung. Ich wünsch mir noch eine viel eindeutiger Positionierung der deutschen Politik. Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Gms1
intrasat 12.09.2019
3. Sie kritisieren, dass
Zitat von vicemanda macht, kann man auch Einmischung nennen... Ich wünschte mir, dass manchmal eine ähnliche Haltung zu anderen Ländern möglich wäre. Ich hätte da ein paar Ideen...
Herr Maas (nicht Maasmännchen- was soll das?) in unserem Land Gespräche mit Menschen führt, die in anderen Ländern leben? Ist das Einmischung in die deutsche Politik, oder was möchten sie zum ausdruck bringen?
GueMue 12.09.2019
4. Der Aussenminister Maas ist Fehlbesetzung
Er sagt, er ist wegen Auschwitz in die Politik gegangen. Er ist damitbrueckwaertsorientiert und zeigt wenig Andatz fuerveigenevIdeen. Der Spiegel nennt ihn auch richtigerweise ideenlos. Er ist nicht berechtigt China aus eigrner Prestigesucht zu provozieren, auch wenn man sich ueber China wundern muss. Wie unsicher sie sind!
irrenderstreiter 12.09.2019
5. Gleiche Regeln für alle
Wenn sich Xi Jinping oder Putin in Berlin mit Vertretern der AfD treffen, wird das in Zukunft natürlich auch toleriert. oder etwa nicht?
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