Rechtspopulisten in Österreich Straches früherer Sicherheitschef festgenommen

Gegen einen ehemaligen Vertrauten des österreichischen Ex-Vizekanzlers Strache wird wegen Veruntreuung von Parteigeldern ermittelt. Der frühere Leibwächter wurde nun aus der FPÖ ausgeschlossen.
Heinz-Christian Strache im Gespräch mit Anhängern

Heinz-Christian Strache im Gespräch mit Anhängern

Foto: Alex Halada/ AFP

Nur wenige Tage vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Österreich ist der frühere Leibwächter von Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache festgenommen worden. Der Politiker war vor vier Monaten über die Ibiza-Affäre gestürzt. Sein ehemaliger Vertrauter sei nun in der Nacht auf Dienstag nach einer Hausdurchsuchung in Gewahrsam genommen worden. Das meldeten die österreichischen Zeitungen "Der Standard " und "Die Presse".

Die Wiener Staatsanwaltschaft erklärte, es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Veruntreuung von Parteigeldern eingeleitet worden. Medienberichten zufolge wird der Leibwächter verdächtigt, beim Aufbau eines Systems falscher Spesenabrechnungen mitgewirkt zu haben, von dem Strache profitiert habe. Die FPÖ bestätigte, dass sie interne Ermittlungen zu den Vorwürfen eingeleitet habe. Zudem habe sie den Leibwächter aus der Partei ausgeschlossen.

Strache musste wegen eines heimlich gedrehten Videos, das zeigt, wie er einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte für ihre mögliche Wahlkampfhilfe öffentliche Aufträge in Aussicht stellt, zurücktreten. Die Regierung der ÖVP von Kanzler Sebastian Kurz und der FPÖ stürzte darüber. Laut Berichten soll Straches Ex-Leibwächter die Hintermänner des Videos kennen.

Die FPÖ fürchtet Auswirkungen der neuen Ermittlungen auf die Parlamentswahl am kommenden Sonntag. Laut Umfragen könnte die rechtspopulistische Partei rund 20 Prozent der Stimmen erhalten. Kurz' ÖVP werden mehr als 30 Prozent vorhergesagt. Der 33-jährige ÖVP-Chef hat eine erneute Koalition mit der FPÖ nicht ausgeschlossen.

höh/AFP
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