Vorwurf der Untreue Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Strache und Gudenus

Die Ibiza-Affäre hat ein juristisches Nachspiel: Korruptionsermittler in Wien nehmen den früheren FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ex-Fraktionschef Johann Gudenus ins Visier.

Heinz-Christian Strache: Spenden über einen parteinahen Verein?
Leonhard Foeger/REUTERS

Heinz-Christian Strache: Spenden über einen parteinahen Verein?


Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat Ermittlungen gegen den ehemaligen österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sowie den früheren FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus eingeleitet. Konkret gehe es um den Vorwurf der Untreue, sagte ein Sprecher der Behörde. Es werde zudem gegen weitere Unbekannte ermittelt.

Die Ermittlungen sind eine Konsequenz der Veröffentlichungen von SPIEGEL und "Süddeutscher Zeitung" in der Ibiza-Affäre, in deren Folge die rechtskonservative Regierung in Österreich zerbrach. Heimlich gefilmte Aufnahmen zeigen Strache und Gudenus im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Investorin über mögliche Formen politischer Einflussnahme.

Strache sagt dabei unter anderem, dass einige wichtige Unternehmer zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro über einen parteinahen Verein an die FPÖ gespendet hätten. Die angeblichen Spender reagierten mit Dementis. Einen Tag nach der Veröffentlichung trat Strache als Parteichef und Vizekanzler zurück, Gudenus trat sogar aus der Partei aus.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft interessiert sich auch für den FPÖ-Abgeordneten Markus Tschank, dessen Immunität aufgehoben wurde. Tschank war in mehreren FPÖ-nahen Vereinen aktiv.

asa/dpa



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