Streit über Biografie Kohl-Witwe erzielt Teilerfolg gegen Ghostwriter ihres Mannes

Autor Heribert Schwan darf Teile seiner Helmut-Kohl-Biografie "Vermächtnis" nicht länger verbreiten. Das erstritt die Witwe des Altkanzlers Maike Kohl-Richter nun vor Gericht.
Maike Kohl-Richter: "Es ist natürlich richtig, dass ich klage"

Maike Kohl-Richter: "Es ist natürlich richtig, dass ich klage"

Foto: Rolf Vennenbernd/ DPA

Maike Kohl-Richter, die Witwe des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, hat vor Gericht einen Teilerfolg gegen Kohls früheren Ghostwriter Heribert Schwan erzielt.

Die Kohl-Witwe erreichte, dass Autor Schwan zahlreiche weitere Textpassagen aus seinem 2014 erschienenen Buch "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" nicht mehr verbreiten darf. Das entschied das Kölner Landgericht am Mittwoch. Ansprüche gegen den Buchverlag Random House hat Kohl-Richter laut Urteil dagegen nicht (Az.: 28 O 11/18).

Zudem muss Schwan Auskunft über seine durch den Bestseller erzielten Einnahmen erteilen. Auf Grundlage dieser Summe könnte Maike Kohl-Richter dann gegebenenfalls auf Schadenersatz klagen.

"Fülle von Fehlzitaten"

Nach Auffassung des Gerichts ging Helmut Kohl (1930-2017) davon aus, dass Schwan seine Äußerungen vertraulich behandeln würde. Die Zeugenvernehmung in der Verhandlung habe nichts anderes ergeben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In einem früheren Urteil hatte das Oberlandesgericht (OLG) Köln in zweiter Instanz bereits das Verbot von 116 Textstellen aus dem Buch bestätigt und "eine Fülle von Fehlzitaten und Kontextverfälschungen" kritisiert.

Am zweiten Todestag ihres Mannes hatte Kohl-Richter im Juni ein Schreiben im Internet veröffentlicht . Darin hatte sie ihre Klage gerechtfertigt und erklärt: "Es ist natürlich richtig, dass ich klage, aber eigentlich klage nicht ich, sondern setze ich die Prozesse nur fort, die mein Mann im Jahr 2012 beziehungsweise 2014 begonnen hat."

cht/dpa
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