Hetzattacke Iranischer Minister nennt Israel "kleiner Satan"

Die Auseinandersetzung zwischen Iran und Israel verschärft sich: Heute warnte der iranische Verteidigungsminister Nadschar Jerusalem vor einem Angriff auf sein Land. Israel bezeichnete er als "kleinen Satan".


Teheran - Israel würde in ein "ewiges Koma" fallen, sollte es Iran attackieren, sagte Mostafa Mohammed Nadschar heute nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. "Israel hat nicht den Mut, Iran anzugreifen, aber falls es trotzdem einen solchen großen Fehler begehen sollte, dann würde die iranische Antwort das Land in ein ewiges Koma fallen lassen wie das von (Ministerpräsident Ariel) Scharon", sagte Nadschar.

Unter Bezug auf Drohungen, iranische Atomanlagen anzugreifen, nannte der Minister die USA "großer Satan" und Israel "kleiner Satan". Die beiden Länder würden einen "psychologischen Krieg" gegen Iran führen. Die Wachsamkeit der iranischen Nation werde aber letzten Endes die "bösen Pläne" der beiden Länder vereiteln.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte am Wochenende Iran erneut vor dem Bau von Atomwaffen gewarnt. Israel werde iranische Nuklearwaffen nicht akzeptieren. Auch wenn Israel mit den augenblicklichen diplomatischen Bemühungen zufrieden sei, müsse das Land darauf vorbereitet sein, sich selbst zu verteidigen.

Anschläge: Teheran verdächtigt Großbritannien

Nach zwei Bombenanschlägen in der iranischen Stadt Ahwas mit acht Toten hat Teheran Großbritannien unter Verdacht. "Großbritannien muss auf die Bedenken der Iraner reagieren, was die Ereignisse in Ahwas und die Terroranschläge in Chusistan anbetrifft", sagte heute der iranische Außenminister Manuscher Mottaki. Präsident Mahmud Ahmadinedschad ordnete nach Angaben eines Regierungssprechers Ermittlungen zu der Tat an, die von unbekannten "internationalen Terroristen" begangen worden sei. Geheimdienst- und Außenministerium sollten untersuchen, ob das Ausland "seine Finger im Spiel" habe.

Ein Sprecher des Außenministeriums in London wies die Vorwürfe aus Teheran zurück. "Jede Verbindung zwischen der Regierung Ihrer Majestät und diesen terroristischen Angriffen entbehrt jeglicher Grundlage."

Bei den Explosionen in der südwestiranischen Stadt starben am Dienstag 8 Menschen, 46 weitere wurden verletzt. Kurz zuvor hatte Ahmadinedschad einen geplanten Besuch in der Hauptstadt der ölreichen Provinz Chusistan wegen schlechten Wetters abgesagt.

In Ahwas hatte es im vergangenen Jahr mehrfach gewaltsame Unruhen gegeben. Im April lieferten sich Demonstranten Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften. Vor der iranischen Präsidentschaftswahl im Juni explodierten mehrere Autobomben. Im Oktober starben bei zwei Bombenanschlägen sechs Menschen. Teheran gab Großbritannien schon damals die Schuld an der Gewaltwelle. Die nahe der iranischen Grenze im Irak stationierten britischen Truppen würden arabische Kämpfer im Südwesten Irans unterstützen.



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