Hetze eines Geistlichen Israel verlangt von Polen Einschreiten gegen antisemitische Äußerungen

Israels Botschafter in Polen spricht von einem der schlimmsten antisemitischen Ausfälle seit Jahrzehnten: Ein polnischer katholischer Geistlicher soll Juden als habgierig bezeichnet haben - Israel fordert von Warschau eine Untersuchung des Vorfalls.


Warschau - Israel verlangt von der polnischen Regierung und der katholischen Kirche des Landes ein entschlossenes Vorgehen gegen antisemitische Äußerungen. Ein Geistlicher, der mehrere konservative katholische Medien in Polen betreibt, soll Juden als habgierig bezeichnet haben. Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sei den Juden unterwürfig und dienstbar, soll Tadeusz Rydzyk im Frühling gesagt haben, wie ein kürzlich bekannt gewordenes Tonband belegt.

Der israelische Botschafter in Polen, David Peleg, bezeichnete den Vorfall als einen der schlimmsten antisemitischen Ausfälle seit Jahrzehnten. Israel habe sich bereits an die Regierung und die zuständigen Ministerien gewandt und mit großem Nachdruck eine ordentliche Untersuchung des Vorfalls gefordert. "Wir hoffen, dass die Regierung und auch die katholische Kirche eine klare Stellungnahme abgegeben werden und dass sie diese antisemitischen Aussagen klar verurteilen werden."

Der katholische Medien-Unternehmer, der auch den umstrittenen ultra-konservativen Sender Radio Maryja betreibt, streitet die Vorwürfe ab. Der Orden der Redemptoristen, dem Rydzyk angehört, erklärte in Rom, die Vorwürfe seien haltlos und eine Medienkampagne. Das Tonband war vom Magazin "Wprost" veröffentlicht worden.

hen/AP



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