Hilfe für Syrien Assad blockiert Uno-Mission

Die Uno wollte den Menschen im umkämpften syrischen Daraa helfen. Doch die Mission muss verschoben werden: Diktator Assad verweigert den Zugang in die Stadt. Die EU verhängte gegen einen Bruders des Staatschefs ein Einreiseverbot.

Protest gegen Assad (in London): EU droht mit Ausweitung der Sanktionen
AFP

Protest gegen Assad (in London): EU droht mit Ausweitung der Sanktionen


New York/Damaskus - Syriens Staatschef Baschir al-Assad blockiert eine Hilfsaktion der Uno für die umkämpfte Stadt Daraa. Trotz entsprechender Zusagen sei den Mitarbeitern der Zugang zu dem Ort im Süden des Landes verweigert worden, sagte die Uno-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Die Hilfsmission musste deshalb verschoben werden.

Assad habe sich noch in der vergangenen Woche in einem Telefongespräch mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bereit erklärt, eine humanitäre Mission in Daraa zuzulassen, sagte Uno-Sprecher Farhan Haq.

Daraa gilt als Hochburg der Proteste gegen Assad. Seine Armee geht wie auch in anderen Städten und Regionen des Landes massiv gegen Regierungskritiker vor.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton droht Assad mit einer Ausweitung der EU-Sanktionen, wenn die Regierung die Gewalt gegen Demonstranten nicht einstellt. Sollte die Regierung in Damaskus nicht rasch "echte und nachvollziehbare politische Reformen" einleiten und die gewaltsame Unterdrückung der Proteste beenden, werde die Europäische Union eine Ausweitung der Strafmaßnahmen "auf die höchste Führungsebene" erwägen, kündigte Ashton an. Zuvor hatte die EU offiziell eine Reihe von Sanktionen beschlossen, die noch am Dienstag in Kraft treten sollten. Präsident Assad ist bislang nicht von den Sanktionen betroffen.

Einreiseverbot für Assads Bruder

Zu den vom EU-Ministerrat beschlossenen Strafmaßnahmen gehören Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen einen Bruder Assads sowie zwölf andere Führungspersonen in Damaskus sowie ein Waffenembargo. Maher al-Assad führt die Liste an. Zu den anderen mit Einreiseverbot belegten Personen gehören auch Geheimdienstchef Ali Mamlouk und Innenminister Mohammad Ibrahim Al-Chaar.

Seit dem Beginn der Proteste in Syrien Mitte März wurden nach Angaben syrischer Menschenrechtsorganisationen bis zu 700 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Mehr als 8000 Menschen wurden festgenommen oder gelten als vermisst.

als/DAPD/AFP

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Kalleblom 10.05.2011
1. Vorbildlich...
... ist das, daß Herr Assad den UNO-MA schützen möchte vor den ganzen Terroristen in Daraa. Nicht auszudenken, was die angeblichen Freiheitskämpfer mit nem UNO-MA machen würden. Bin echt gespannt, wie diejenigen, die anscheinend den Arabischen Frühling als "gesteuerte Aktion" (am Besten noch von der Al Qaida) sehen das rechtfertigen.
benno18 10.05.2011
2. Unterstützung für die Demonstanten in Daraa
Zitat von sysopDie Uno wollte den Menschen im umkämpften syrischen Daraa helfen. Doch die Mission muss verschoben werden: Diktator Assad verweigert den Zugang in die Stadt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,761615,00.html
gibt es anscheinend weder von den Linken, den Grünen, oder sonstigen Muslimen. Demonstriert wird nur, wenn es gegen die USA geht oder Israel. Aber Unabhängig davon dürfte es auch weiterhin keinen Protest dagegen geben, dass Syrien den Vorsitz im Menschenrechtsrat übernehmen soll.
LuiW 10.05.2011
3. Das ist doch ganz einfach
Zitat von Kalleblom... ist das, daß Herr Assad den UNO-MA schützen möchte vor den ganzen Terroristen in Daraa. Nicht auszudenken, was die angeblichen Freiheitskämpfer mit nem UNO-MA machen würden. Bin echt gespannt, wie diejenigen, die anscheinend den Arabischen Frühling als "gesteuerte Aktion" (am Besten noch von der Al Qaida) sehen das rechtfertigen.
Die nationalen Sozialisten von der Jungen Welt erklären das schon. Assad ist genauso wie Gaddhafi ein guter (nämlich Anti-USA und Anti-Israel), die schlechten Verhältnisse im Land sind gar nicht so schlecht (und könnten noch besser sein, wenn nicht die bösen Amerikaner und Israelis den permanenten Ausnahmezustand provozieren würden) und die Aufstände sind ferngesteuert mit Geld aus den USA und durch Facebook und funktionieren exakt nach dem Drehbuch der CIA und des Mossad. Deshalb sind Aufständische in Ägypten und Tunesien gut, in Syrien, Libyen und dem Iran natürlich ferngesteuert und handeln im Auftrag der Interessen der zionistisch-imperialistischen Aggressoren. bzw. fallen leider darauf herein. Also alles ganz einfach, wie ein Dreisatz - immer erst fragen: nutzt oder schadet es den USA/Israel? Wenn es nutzt, Aufständische böse, wenn es schadet, Aufständische gut
Braunschweiger77, 10.05.2011
4. Muslime
Zitat von benno18gibt es anscheinend weder von den Linken, den Grünen, oder sonstigen Muslimen. Demonstriert wird nur, wenn es gegen die USA geht oder Israel. Aber Unabhängig davon dürfte es auch weiterhin keinen Protest dagegen geben, dass Syrien den Vorsitz im Menschenrechtsrat übernehmen soll.
Die Muslime werden eher keine Freunde Assads sein da dieser für ein weitgehend laizistisches Syrien steht. Ob dies bei der syrischen "Opposition" die von Muslimbrüdern durchsetzt ist auch der Fall ist darf bezweifelt werden. Aber wenn die USA Islamisten finanzieren http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757627,00.html müssen die ja irgendwie "gut" sein.
Braunschweiger77, 10.05.2011
5. Dreisatz
Zitat von LuiWDie nationalen Sozialisten von der Jungen Welt erklären das schon. Assad ist genauso wie Gaddhafi ein guter (nämlich Anti-USA und Anti-Israel), die schlechten Verhältnisse im Land sind gar nicht so schlecht (und könnten noch besser sein, wenn nicht die bösen Amerikaner und Israelis den permanenten Ausnahmezustand provozieren würden) und die Aufstände sind ferngesteuert mit Geld aus den USA und durch Facebook und funktionieren exakt nach dem Drehbuch der CIA und des Mossad. Deshalb sind Aufständische in Ägypten und Tunesien gut, in Syrien, Libyen und dem Iran natürlich ferngesteuert und handeln im Auftrag der Interessen der zionistisch-imperialistischen Aggressoren. bzw. fallen leider darauf herein. Also alles ganz einfach, wie ein Dreisatz - immer erst fragen: nutzt oder schadet es den USA/Israel? Wenn es nutzt, Aufständische böse, wenn es schadet, Aufständische gut
Bei Ihnen scheint das tatsächlich so zu sein, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen.
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