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Medienberichte über Hilfskonvoi Erste russische Lastwagen stehen an Grenze der Ukraine

Transporter des russischen Hilfskonvois sind nach Medienberichten an der Grenze angekommen. Wann die Lastwagen in die Ukraine dürfen, ist unklar. Noch hat das Rote Kreuz keine Sicherheitsgarantien für den Weg durch das umkämpfte Gebiet.

Moskau/Kiew - 16 russische Lastwagen, die zur Hilfskolonne gehören, haben die ukrainische Grenze in der Nähe von Donezk erreicht. Das berichten mehrere Medien, Andrew Roth, Reporter der "New York Times", postete auf Twitter ein Foto. Wann die Transporter die Grenze überqueren können, ist unklar - vermutlich wird dies erst am Montag der Fall sein.

Das Internationale Rote Kreuz teilte auf Twitter  mit: "Die russischen und ukrainischen Grenzbehörden haben vereinbart, die erste Gruppe der russischen Transporter zu kontrollieren. Wir beobachten das." Die Organisation wartet nach eigenen Angaben noch auf "Sicherheitsgarantien" für den Transport der Hilfsgüter auf ukrainischem Territorium. Das Rote Kreuz soll den Konvoi begleiten. Als kritisch gilt die Straße von Krasnodon nach Luhansk, in dem Gebiet wird heftig gekämpft.

Die 287 russischen Lastwagen sind nach Moskaus Angaben mit 1800 Tonnen Hilfsgütern wie Lebensmitteln, Schlafsäcken und Generatoren beladen. Sie waren am 12. August im Raum Moskau losgefahren und standen etwa 30 Kilometer vor der Grenze bei Kamensk-Schachtinski. Dort steht der Großteil der Transporter noch.

Route des russischen Hilfskonvois: Die Lastwagen auf dem Weg zur ukrainischen Grenze

Route des russischen Hilfskonvois: Die Lastwagen auf dem Weg zur ukrainischen Grenze

Foto: SPIEGEL ONLINE

Am Samstagabend hatte die Ukraine die "Rechtmäßigkeit" des Hilfseinsatzes anerkannt, wie die Regierung in Kiew mitgeteilt hatte. Dem Roten Kreuz zufolge verständigten sich Russland und die Ukraine auf eine Inspektion. Kiew müsse aber anschließend noch sein Einverständnis für den Grenzübertritt geben, hieß es.

Kiew befürchtet, dass Russland in dem Konvoi Waffen für die Regierungsgegner in der Ostukraine schmuggeln könnte. Die ukrainischen Truppen kontrollieren mittlerweile das Gebiet nahe der Großstadt Luhansk, durch das der Konvoi fahren soll.

Das ukrainische Militär warf Russland erneut vor, in die Ukraine eingedrungen zu sein. Eine Kolonne mit drei "Grad"-Raketenwerfern sei von russischem Territorium aus in das ukrainische Dorf Diakowa vorgerückt und weiter Richtung Nyschni Nagoltschik in der Region Luhansk gefahren, erklärte der ukrainische Militärsprecher Andrij Lysenko am Sonntag. Zudem habe es binnen 24 Stunden zehn Verletzungen des ukrainischen Luftraums durch russische Drohnen gegeben.

Wie die Armee weiter meldete, schossen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine erneut ein Militärflugzeug vom Typ Mig-29 ab. Der Kampfjet sei im Gebiet Luhansk getroffen worden, teilte ein Militärsprecher mit. Der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können und sei geborgen worden. Im Osten der Ukraine liefert sich die Armee seit vier Monaten heftige Gefechten mit den Milizen, die zuletzt aber offenbar immer weiter in die Defensive geraten sind. Nach eigenen Berichten brachte das ukrainische Militär eine Polizeiwache in Luhansk wieder unter seine Kontrolle.

Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin trifft am Sonntagabend seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow in Berlin. An dem Treffen nehmen auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Laurent Fabius teil.

heb/Reuters/AFP
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