Angriff auf US-Konsulat Angehörige von Bengasi-Opfern verklagen Clinton

Bei einem Terroranschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi wurden 2012 vier Amerikaner getötet. Hillary Clinton war damals US-Außenministerin. Nun haben Angehörige zweier Opfer Klage gegen sie eingereicht.

Präsidentschaftskandidatin Clinton
AP

Präsidentschaftskandidatin Clinton


Im Untersuchungsausschuss zu dem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hatte Hillary Clinton noch alle Vorwürfe an sich abprallen lassen - doch im Wahlkampf holen sie die Ereignisse wieder ein. Wie US-Medien berichten, haben die Angehörigen zweier Todesopfer Klage gegen die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten eingereicht.

Die Mutter eines damals getöteten Amerikaners und der Vater eines zweiten US-Bürgers wollen Clinton wegen widerrechtlicher Tötung und Verleumdung zur Rechenschaft ziehen. Das berichtet unter anderem die "New York Times" unter Berufung auf Gerichtsdokumente.

Patricia Smith und Charles Woods werfen Clinton demnach unter anderem vor, die Nutzung eines privaten Servers für zum Teil vertrauliche Dienst-E-Mails durch die damalige Außenministerin habe die Terrorattacke direkt verursacht.

Clinton hatte während ihrer Zeit als US-Außenministerin von 2009 bis 2013 einen privaten E-Mail-Account für ihre gesamte dienstliche Kommunikation genutzt. Rund 30.000 E-Mails aus dieser Zeit händigte sie an das Außenministerium aus. weitere 30.000, die nach ihren Angaben privater Natur waren, ließ sie löschen.

Inwiefern das mit dem Terroranschlag von Bengasi unmittelbar zusammen hängen soll, wird in den Medienberichten zu der Klage nicht weiter ausgeführt. Damals - am elften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 - hatten islamische Extremisten das US-Konsulat und eine CIA-Station in Bengasi gestürmt. Neben dem Botschafter Chris Stevens starben ein Diplomat und zwei CIA-Beamte.

Sieben Kongressausschüsse, das FBI und das Außenministerium selbst hatten das Attentat untersucht. Im Oktober 2015 musste Clinton im Bengasi-Sonderausschuss aussagen, der damals schon länger lief als der Watergate-Ausschuss.

Der republikanische Ausschussvorsitzende und Ex-Staatsanwalt Trey Gowdy warf Clinton vor, sie habe ihren Freund Stevens mutwillig sterben lassen. Clinton ließ das nicht an sich heran. Sie habe Verantwortung auf sich genommen, aber keine Schuld.

Republikaner versuchen seit Jahren, die Demokratin persönlich für den Angriff in Bengasi verantwortlich zu machen. Einen Anhaltspunkt dafür ergaben auch die Ausschüsse und Clintons Anhörung dazu nicht.

Beim Nominierungsparteitag der Republikanischen Partei im Juli sagte die nun klagende Mutter Smith in einer Rede, sie gebe Clinton persönlich die Schuld für den Tod ihres Sohnes. Die Kandidatin gehöre dafür ins Gefängnis.

vks/dpa



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