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06. Juni 2014, 07:50 Uhr

Entschuldigung

Hillary Clinton bereut Ja zum Irak-Krieg

Hillary Clinton hat sich für ihre Zustimmung zum Irak-Krieg im Jahre 2002 entschuldigt. Die Entscheidung, die sie als Senatorin damals traf, sei "eindeutig" ein Fehler gewesen, heißt es in der Autobiografie der früheren US-Außenministerin.

Washington - Späte Entschuldigung: Hillary Clinton bereut es, 2002 als Senatorin im US-Kongress für denIrak-Krieg gestimmt zu haben. "Ich war nicht die einzige, die einen Fehler gemacht hat. Aber ich habe dennoch einen Fehler gemacht. Eindeutig", schreibt sie nach einem Bericht des TV-Senders CBS in ihrer demnächst erscheinenden Autobiografie.

"Ich dachte, in gutem Glauben gehandelt und die beste Entscheidung getroffen zu haben", wird die Ex-Außenministerin weiter zitiert. Die USA begannen den stark umstrittenen Militäreinsatz im März 2003.

Der Sender stieß nach eigenen Angaben zufällig auf ein Exemplar des Buches, das erst am 10. Juni erscheinen soll. In dem Buch schildere Clinton vor allem ihre vier Jahre als Außenamtschefin unter Präsident Barack Obama und ihre gegenwärtige Sicht auf das Weltgeschehen. Die 66-Jährige gilt als mögliche Kandidatin für Präsidentschaftswahl 2016. Ihr Ehemann Bill bekleidete das Amt von 1993 bis 2001.

In dem Buch erzählt sie laut CBS auch von der Meinungsverschiedenheit mit Obama darüber, ob man die Rebellen im syrischen Bürgerkrieg bewaffnen solle. Sie habe seine Entscheidung respektiert, als er ihren Vorschlag aus Sicherheitsgründen abgelehnt habe. Ihre persönliche Beziehung zu Obama spielt in der Biografie offenbar eine größere Rolle. Er hatte ihr 2008 in einem spannenden Vorwahlkampf die Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten weggeschnappt.

Von Wladimir Putin hat Hillary Clinton offenbar keine hohe Meinung. Der russische Präsident sei "dünnhäutig und autokratisch", schreibt sie. "Er nimmt Kritik übel und greift schließlich bei Widerspruch und Debatten hart durch." Die Gegenreaktion des Westens auf seine Annexionspolitik habe Erfolg, deutete sie demnach an. "Wenn Putin sich zurückhält, dann nicht, weil er seinen Appetit für mehr Macht, Land und Einfluss verloren hätte", zitiert CBS aus dem Buch. Die Stärke der Nato trage ihren Teil dazu bei, ihm Einhalt zu gebieten.

als/dpa

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