Clinton-Mails FBI-Boss widersetzte sich seiner Chefin

Kurz vor der Wahl hat FBI-Chef Comey neue Untersuchungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton angekündigt. Sehr zum Ärger der Justizministerin.

James Comey
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James Comey


Hillary Clintons E-Mails spalten nicht nur die USA, sie sorgen auch für Ärger in der Obama-Regierung: FBI-Direktor James Comey hat neue Untersuchungen in der Affäre öffentlich gemacht - obwohl seine Chefin, Justizministerin Loretta Lynch, ausdrücklich dagegen war. Das berichten US-Medien unter Berufung auf einen Regierungsbeamten.

Der FBI-Chef hatte in einem Brief an führende Kongressmitglieder mitgeteilt, dass das FBI auf neue E-Mails gestoßen sei, die aus Clintons Zeit als Außenministerin stammten. Diese Mails würden nun geprüft. Clinton hatte damals einen privaten Server auch für dienstliche Korrespondenzen benutzt - der Fall hat die Demokratin im Wahlkampf immer wieder eingeholt.

Den Berichten zufolge fand Lynch es nicht angebracht, weniger als zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl über Ermittlungen zu informieren, die sich auf einen der Kandidaten auswirken könnten. Die Ministerin habe Comey ans Herz gelegt, der langjährigen Praxis zu folgen, Schritte zu vermeiden, die den Ausgang der Wahl beeinflussen könnten.

Der Direktor der Bundespolizei, die dem Justizministerium unterstellt ist, habe sich dennoch zur Veröffentlichung verpflichtet gefühlt. Comey ist Republikaner. Ihm war bisher aber stets Unabhängigkeit in seinem Amt bescheinigt worden.

Hillary Clinton kritisierte die Entscheidung des FBI-Chefs. Diese sei "beispiellos" und "zutiefst beunruhigend".

Alle Hintergründe zum neuen E-Mail-Fall lesen Sie hier.

asa/dpa



insgesamt 89 Beiträge
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dobbermannn 29.10.2016
1. Comey tut nur seinen Job
Während der Befragung durch den Kongress zu Hillarys Email-Skandal hat Comey versprochen, den Kongress zu informieren, sobald neue Beweise auftauchen. Das hat er hiermit getan und wenn es 10 Tage vor der Wahl ist, dann ist es eben so! Ausserdem sind die Forderungen der "Democrats" ein Witz, dass das FBI Einzelheiten zu den Dokumenten veröffentlichen soll, die es gefunden hat. Die "Democrats" wissen, dass diese Details nicht vor den Wahlen bekanntgegeben werden und möchten auf diese Weise Selbstvertrauen demonstrieren, um potentielle Wähler in Sicherheit zu wiegen. Wenn jemand weiß, was für klassifizierte Dokumente auf dem gemeinsamen Rechner von Anthony Weiner und Huma Abedin waren, dann wissen es Huma Abedin und Hillary Clinton wohl selbst! Oder wie es ein Kongressabgeordneter zu sagen pflegt: "If Hillary Clinton really wants the public to know what the FBI found on Huma's laptop that Wiener had possession of, why doesn't she just tell us herself" - Trey Gowdy Was ich ehrlich gesagt besorgniserregender finde ist, dass die Justizministerin dagegen war, dass Comey das Versprechen einlöst, das er dem Kongress gegenüber während des letzten Prozesses gegeben hat!
Schrand 29.10.2016
2. Ehrlichkeit
Unabhängig von politischen Einstellungen, sollte die Wahrheit immer direkt ans Licht kommen. Keine Verzögerungen, keine Verheimlichungen. Guter Mann!
sozialismusfürreiche 29.10.2016
3. Republikaner - ein Schimpfwort für mich
Es wäre den Republikanern zu wünschen, dass ihnen endlich das Ganze Theater das sie die letzten 10 Jahre (oder länger) veranstaltet haben auf die Füße fällt, vor allem wenn man so einen Kandidaten wie Trump unterstützen kann. Das ist wie ein Horror-Film.
noodles64 29.10.2016
4. sollte
Sollte Trump doch Recht haben mit der manipulierten Wahl in der USA? Justizministerin will keine Ermittlungen gegen Clinton . Wer weiß welche Leichen Clinton noch im Keller hat. Auch das zurückhalten von strafrechtlich relevanten Informationen ist für mich Wahlbetrug und das versuchte das Justizministerium.
widder58 29.10.2016
5. Vollkommen klar
... dass man die Affäre gern unter den Teppich gekehrt hätte. Wie auch immer - die "US-Demokratie" und das unwürdige wahlverfahren ist eine echte Farce. Im Grunde muss sich der Westen schämen ein solches System als Vorbild zu preisen. Wenn die USA nichts besseres zu bieten haben als Trump und eine abgehalftere Außenministerin, die ihre Unfähigkeit in Libyen oder Syrien hinreichend bewiesen hat, dann Gute Nacht.
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