E-Mail-Affäre Zeitung berichtet von drohenden Ermittlungen gegen Clinton

Der Streit über ihr privates E-Mail-Postfach könnte für US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zum ernsten Problem werden: Laut "New York Times" haben Ermittler ein Verfahren beantragt.

US-Spitzenpolitikerin Clinton: Die Mail-Affäre holt sie ein
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US-Spitzenpolitikerin Clinton: Die Mail-Affäre holt sie ein


In der Affäre um ihren dienstlich genutzten privaten E-Mail-Account als US-Außenministerin droht Hillary Clinton weiteres Ungemach. Zwei Ermittler hätten beim Justizministerium ein förmliches Ermittlungsverfahren beantragt, meldet die "New York Times" unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter.

Demnach wird die Präsidentschaftskandidatin verdächtigt, nicht korrekt mit sensiblen Regierungsinformationen umgegangen zu sein. Allerdings ist dem Bericht zufolge nicht klar, ob es sich bei den fraglichen Nachrichten um als geheim eingestufte Informationen handelt. Clinton hat stets bestritten, solch sensible Daten über ihren privaten Account empfangen oder gesendet zu haben.

Im März war bekannt geworden, dass die US-Demokratin in ihrer Zeit als Chefdiplomatin entgegen allen Gepflogenheiten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzt hatte. Das war zwar in ihrer Amtszeit nicht direkt verboten - erweckt aber den Anschein, als wolle sie etwas verbergen. Rund 55.000 Seiten von Clintons E-Mails liegen dem Außenministerium vor. Die Sichtung des Materials soll frühestens im Januar 2016 abgeschlossen sein.

Zuletzt hatte die Nachricht zu Aufregung geführt, dass Clinton offenbar nicht alle E-Mails aus ihrem privaten Account (hdr22@clintonemail.com) dem Außenministerium übergeben hatte. 15 dienstliche von rund 30.000 Korrespondenzen seien entweder "ganz oder teilweise" nicht im Archiv auffindbar gewesen, teilte die Behörde Ende Juni mit.

Die Mails stammten von Clintons Vertrautem Sidney Blumenthal aus ihrer Amtszeit als Außenministerin. Ein Vertreter des Außenamts sagte, bei den fehlenden E-Mails handle es sich aber nicht um solche, deren Inhalt "relevant für die Bengasi-Attacke" seien, also den Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im September 2012.

Die Republikaner werfen der Demokratin vor, Informationen über die Vorgänge in Libyen geheimhalten zu wollen. Eine parlamentarische Kommission untersucht derzeit den Angriff, bei dem im September 2012 der US-Botschafter Chris Stevens und drei US-Mitarbeiter getötet worden waren. Dazu wertet sie die E-Mails von Blumenthal aus, der damals als informeller Berater für Libyen fungierte.

mxw

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
ackergold 24.07.2015
1.
Irgendwie müssen die Reps ja zu Stimmen kommen.
frodosix 24.07.2015
2. Die Schlammschlacht beginnt
Frage mich, welchem politischen Lager die beiden Ermittler wohl nahe stehen... hmmmm.
ein-berliner 24.07.2015
3. Wow
Ein Clinton-Gate, wie aufregend.
axel_roland 24.07.2015
4. blödsinn
die E-Mail-"Affäre" ist keine. Die Presse sollte sich lieber um die mehr als fragwürdigen Kandidaten der Republikaner kümmern
spon_2999637 24.07.2015
5. Sicherer
Tja, vielleicht wusste sie damals schon, dass ein eigenes E-Mail-Konto sicherer vor internen wie externen Schnüfflern ist als das dienstliche. Auch hier wird offenbar wieder das Argument gezogen "wer nichts zu verbergen hat....". Seltsamerweise gehen gerade bei den "Diensten" immer dann sensible Daten unerklärlicherweise verloren, wenn sie jemand einsehen möchte (Politik, Kontrollgremien, Gerichte...).
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