Clinton zu Trumps Waffen-Äußerung "Er hat bewiesen, dass er für das Amt nicht geeignet ist"

Hat Donald Trump gesagt, man müsse seine Konkurrentin erschießen? Für Hillary Clinton ist die Sache klar, jetzt geht sie in die Offensive. Auch der Secret Service schaltet sich offenbar ein.
Hillary Clinton

Hillary Clinton

Foto: Brian Frank/ dpa

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist berüchtigt für seine provokanten Aussagen. Doch mit seiner jüngsten Äußerung habe er eindeutig eine Grenze überschritten, sagte seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton - und sprach ihm die Eignung als Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte entschieden ab.

"Wenn du dich um das Präsidentenamt bewirbst oder Präsident der Vereinigten Staaten bist, dann können deine Worte gewaltige Konsequenzen haben", sagte Clinton während einer Rede in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa. Seine jüngsten Bemerkungen über das Waffenrecht seien eine Aufstachelung zur Gewalt. Trump habe einmal mehr bewiesen, dass er nicht für das Amt qualifiziert sei.

Trump hatte mit einer mehrdeutigen Bemerkung für Wirbel gesorgt, die von manchen als Aufruf zur Gewalt gegen Clinton verstanden wurde. Er sagte am Dienstag, Clinton wolle den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, in dem das Recht auf Waffenbesitz verankert ist. Als Präsidentin wäre sie bei der Abschaffung nicht aufzuhalten, da sie entsprechende Richter für den Obersten Gerichtshof nominieren könne. Er fügte hinzu: "Da kann man nichts machen, Leute. Obwohl - (es gibt da) die Leute des zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht gibt es doch etwas (das man tun kann). Ich weiß es nicht."

Wahlkampfstab bestreitet Aufforderung zur Waffengewalt

Kritiker interpretierten die offenbar bewusst mehrdeutige Formulierung als Aufruf, Clinton zu erschießen. Trumps Wahlkampfstab wies dies zurück. Der Unternehmer habe lediglich die Anhänger des Rechts auf Waffenbesitz dazu bringen wollen, für ihn Wähler zusammenzutrommeln.

Ein Eigentor? Clinton erwähnte in ihrer Rede wohlwollend, dass die Liste ihrer Unterstützer unter den Republikanern stetig wachse. "Sie stehen hinter mir. Nicht als Republikaner, aber als Amerikaner", sagte sie. "Wir sind uns nicht in allem einig, aber das ist keine normale Wahl."

Während Clinton sich in Iowa über Trump ausließ, stürmte eine Person die Bühne. Laut Bild.de  soll es sich um eine Tierschützerin gehandelt haben, die für die Rechte von Tieren demonstrieren wollte. Obwohl sie nur ein paar Meter von Clinton entfernt war, nahm die Demokratin die Aktion gelassen hin. Die Frau sei von Secret-Service-Agenten abgeführt worden, hieß es.

Eine Tierschützerin stürmt die Bühne, der Secret Service schreitet ein.

Eine Tierschützerin stürmt die Bühne, der Secret Service schreitet ein.

Foto: Andrew Harnik/ AP

Der Secret Service ist in den USA für den Schutz der Kandidaten zuständig. Normalerweise hält sich die Behörde mit Stellungnahmen zurück. Doch am Dienstagabend twitterte die Sicherheitsbehörde, sie habe Trumps Äußerung registriert:

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nun soll ein Mitarbeiter des Secret Service dem Sender CNN bestätigt haben , dass die Behörde mit Trumps Wahlkampfteam über seine Bemerkungen zum zweiten Verfassungszusatz gesprochen habe. Mehr noch: Der Insider soll gesagt haben, dass es "mehr als ein Gespräch" zu dem Thema gegeben hätte.

Der Secret Service leugnet die Darstellung von CNN. Es habe keine offiziellen Gespräche dieser Art gegeben, sagte ein Regierungssprecher am Abend. Auch Trump twitterte, es habe keinerlei Gespräche seines Teams mit der Behörde gegeben:

Von politischer Seite äußerte sich nicht nur die demokratische Kandidatin zu dem Vorfall. Die linke Senatorin Elizabeth Warren erklärte über Twitter, Trump "mache Todesdrohungen, weil er ein armseliger Feigling ist, der die Tatsache nicht ertragen kann, dass er gegen ein Mädchen verliert". Der demokratische Senator Chris Murphy warnte davor, den Vorgang als "politischen Fehltritt" abzutun: "Das ist eine Attentatsdrohung."

Das Thema Waffengewalt spielt im Wahlkampf eine zentrale Rolle, nachdem allein in den vergangenen Monaten Dutzende Menschen bei mehreren Anschlägen erschossen wurden. Trump spekuliert gezielt auf die Unterstützung der einflussreichen Waffenlobby. Clinton tritt dagegen für strengere Waffenregeln ein. Sie hat aber explizit erklärt, den zweiten Verfassungszusatz nicht anzutasten.

Trumps umstrittene Äußerung - hier im Video:

SPIEGEL ONLINE


Zusammengefasst: Nach den zweideutigen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump hat ihm seine Rivalin Hillary Clinton jegliche Qualifikation als US-Präsidenten abgesprochen. Seine Formulierung habe eine Grenze überschritten, sagte sie auf einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa. Auch der Secret Service hat Trumps Bemerkung registriert - ob er auch mit dessen Wahlkampfteam darüber gesprochen hat, ist unklar.

kry/dpa/AP/Reuters