Hillary Clinton "Angela Merkel ist mir eine der Liebsten"

"Welchen Staatschef bewundern Sie?" US-Präsidentschaftskandidat Johnson blamierte sich bei der Suche nach einer Antwort erneut. Clinton sang ein Loblied auf die deutsche Kanzlerin. Selbst Trump mag Merkel jetzt wieder.

Clinton und Merkel (2010)
AP

Clinton und Merkel (2010)


Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist voll des Lobes für Kanzlerin Angela Merkel: "Ich mag viele Staatschefs", sagte sie an Bord ihres Flugzeugs, "eine meiner Liebsten ist mir Angela Merkel, weil sie in schwierigen Zeiten eine außergewöhnliche und starke Führungsperson war."

Merkels Mut in der Flüchtlingskrise habe sie beeindruckt, sagte Clinton. Die beiden Frauen würden sich schon seit den Neunzigerjahren kennen. "Ich hoffe, ich werde die Gelegenheit bekommen, in Zukunft mit ihr zusammenzuarbeiten." Eine Journalistin hatte Clinton gefragt, welchen Staatschef sie bewundere. Bevor sie zu ihrer Lobeshymne auf Merkel ansetzte, machte sich Clinton noch kurz über Gary Johnson lustig und sagte gespielt übertrieben: "Oh, lassen Sie mich einmal nachdenken."

Dem Präsidentschaftskandidaten der libertären Partei war in einem TV-Interview dieselbe Frage gestellt worden. Johnson fiel allerdings erst überhaupt keine Antwort ein, dann wollte er den Namen des ehemaligen mexikanischen Präsidenten nennen, aber an den konnte er sich nicht erinnern. Er habe einen "Aleppo-Moment", erklärte Johnson. Vor drei Wochen hatte Johnson auf die Frage, was er wegen Aleppo unternehmen würde, geantwortet: "Was ist Aleppo?"

Trump findet Merkel jetzt auch wieder gut

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, hatte Merkel zu Beginn des Jahres 2015 ebenfalls in den höchsten Tönen gelobt, das änderte sich aber schon ein paar Monate später: Er kritisierte Merkel für ihre "katastrophale" und "irrsinnige" Flüchtlingspolitik und warf ihr vor, Deutschland zu ruinieren. Er sagte zudem, "Hillary Clinton will die Angela Merkel Amerikas werden". Merkel ließ Trumps Ausfälle gegen ihre Flüchtlingspolitik weitgehend unkommentiert.

Inzwischen hat sich Trumps Meinung offenbar wieder geändert. Am Donnerstag wurde auch er danach gefragt, welchen Staatschef er bewundere. Er entschied sich für die Kanzlerin. "Merkel ist wirklich eine große Weltführerin", sagte Trump. Er sei schon immer "eine Merkel-Person" gewesen. Aber von ihrer Flüchtlingspolitik sei er "sehr enttäuscht".

Clinton hatte sich bereits vor ihrer Präsidentschaftskandidatur über Merkel geäußert. 2014 schrieb sie in ihrer Autobiografie über "die mächtigste Staatschefin in Europa": "Während meiner Zeit als Außenministerin wuchs meine Bewunderung für diese entschlossene, kluge und ehrliche Frau, die mir gegenüber nie verhehlte, was sie dachte."

aar/dpa/AP

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