Clinton über mutmaßliche Paketbomben "Es ist eine Zeit tiefer Spaltung"
Hillary Clinton
Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFPIn zwei Wochen wählen die US-Amerikaner einen neuen Kongress. Der Wahlkampf findet in einer aufgeheizten Atmosphäre statt. Und nun wurden zwei Pakete in der Post des früheren Präsidenten Barack Obama sowie von Ex-Außenministerin Hillary Clinton entdeckt , die offenbar Sprengsätze beinhalten. Ein weiteres potenziell gefährliches Paket wurde an CNN geschickt. Das New Yorker Büro des Fernsehsenders, der überwiegend kritisch über Präsident Donald Trump berichtet, wurde evakuiert.
Die Sendung an CNN bestand nach Polizeiangaben aus einer Metallröhre mit Drähten. Zum genauen Inhalt der Sendungen an Obama und Clinton gaben die Behörden hingegen zunächst nichts Genaueres bekannt, die "New York Times " berichtete von Sprengsätzen.
Video: Secret Service fängt verdächtige Pakete an Clinton und Obama ab
Nach dem Fund des verdächtigen Pakets mit einem potenziellen Sprengsatz hat Clinton die Arbeit der Sicherheitsbehörden gewürdigt. Sie sei dem Secret Service jeden Tag für seine Arbeit dankbar. Es sei eine "beunruhigende Zeit", fügte die 70-Jährige hinzu. "Es ist eine Zeit tiefer Spaltung, und wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Land zusammenzubringen."
"Feige und verabscheuenswert"
Das Weiße Haus verurteilte die "terroristischen" und "verabscheuenswerten" Taten gegen Obama und Clinton, die den oppositionellen Demokraten angehören. US-Vizepräsident Mike Pence verurteilte die "feigen" Aktionen, dankte den Sicherheitsbehörden für die schnelle Reaktion und versprach, die Schuldigen vor Gericht zu bringen.
We condemn the attempted attacks against fmr Pres Obama, the Clintons, @CNN & others. These cowardly actions are despicable & have no place in this Country. Grateful for swift response of @SecretService, @FBI & local law enforcement. Those responsible will be brought to justice.
— Vice President Mike Pence Archived (@VP45) October 24, 2018
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Donald Trump erklärte anschließend ebenfalls via Twitter, er stimme seinem Stellvertreter "voll und ganz" zu - und teilte den Beitrag von Pence.
I agree wholeheartedly! https://t.co/ndzu0A30vU
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 24, 2018
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Risiko, dass die mutmaßlichen Paketbomben Obama oder Clinton hätten erreichen können, habe nicht bestanden, hieß es in einer Mitteilung des Secret Service. Die Pakete seien sofort als "potenzielle Sprengsätze" identifiziert und dann als solche behandelt worden. Inzwischen sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, um den oder die Absender zu ermitteln.
Die mutmaßliche Paketbombe an Clinton wurde nach Angaben der Behörde am Dienstagabend (Ortszeit) im Landkreis Westchester bei New York entdeckt. Die frühere Außenministerin und Ex-Präsident Bill Clinton haben dort ihr Haus. Die potenziell gefährliche Sendung an Obama wurde den Angaben zufolge dann am folgenden Morgen entdeckt. Sie war an Obamas Haus in Washington adressiert.
CNN sendet aus den Straßen von New York
Beim New Yorker CNN-Büro ging das verdächtige Paket nach Angaben des Senders hingegen ein. Die Polizei bestätigte, dass sie Einsatzkräfte - darunter Spezialisten für die Bombenentschärfung - zum Time-Warner-Gebäude im Stadtteil Manhattan entsandt habe, wo das CNN-Büro untergebracht ist.
Ein laufendes Programm der CNN-Moderatoren Poppy Harlow und Jim Sciutto wurde wegen der Evakuierung unterbrochen. Der Sender setzte sein Programm vorübergehend aus Washington fort. Wenig später ging die Übertragung aus New York weiter, Reporter berichteten auf der Straße.
Auch Soros im Visier
Bereits am Montag war ein mutmaßlicher Sprengsatz im Briefkasten des Milliardärs George Soros in Bedford, einem Vorort von New York, entdeckt worden. Der aus Ungarn stammende Soros ist ein Unterstützer der US-Demokraten und wird von Rechtspopulisten in den USA wie auch in seinem Herkunftsland heftig attackiert.
Trump hatte Soros kürzlich bezichtigt, Proteste gegen den neuen US-Verfassungsrichter Brett Kavanaugh finanziert zu haben.