Bush-Clinton-Zoff Schwups, schon verhöhnt

TV-Duell war gestern, heutzutage beharken sich US-Präsidentschaftsanwärter auf Twitter. Ein bemerkenswertes Scharmützel liefern sich derzeit Jeb Bush und Hillary Clinton.
Demokratin Clinton: "Fixed it for you"

Demokratin Clinton: "Fixed it for you"

Foto: AP/dpa

Jeb Bush hat im Moment allen Grund zur Sorge. Ausgerechnet der dauerpöbelnde Milliardär Donald Trump, sein Parteikollege, zieht in den Umfragen immer weiter davon. Zuletzt rutschte Bush im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur von 17 auf 12 Prozent der republikanischen Wählerstimmen ab.

Um Boden gutzumachen, könnte Bush, der sich gerne seriös und gemäßigt gibt, nun seine Witzchen über Trumps zahlreiche Ausrutscher machen - wie es mitunter in amerikanischen Vorwahlkämpfen üblich ist. Doch der 62-Jährige nimmt lieber die Favoritin der Demokraten aufs Korn: Hillary Clinton.

Das führt nun zu einem kurzweiligen Zwist auf Twitter. Das Bush- und das Clinton-Lager liefern sich ein kleines Duell über den Kurznachrichtendienst - und versuchen, sich gegenseitig mit ihren Bildbearbeitungskünsten zu überbieten. Der Hintergrund: Clintons neues Programm zur Bildungspolitik.

Die frühere First Lady und Außenministerin hatte jüngst im Ostküstenstaat New Hampshire ihre Pläne präsentiert, wie sie gegen die hohen Studiengebühren in den USA und die damit verbundenen Schulden vieler Familien vorgehen will. Ein passendes Kampagnenbild hatte sie auch parat. Die Kosten würden keine Hürden für Bildung sein, heißt es da. "Schulden werden dich nicht aufhalten."

Natürlich bedienen hochrangige US-Politiker im Wahlkampf die sozialen Netzwerke nur selten persönlich. Die Präsidentschaftskandidaten haben ein Kampagnenteam, das sich um die Außendarstellung kümmert, und damit auch um Twitter.

In diesem Fall witterte Jeb Bushs Team eine Steilvorlage aus dem Clinton-Lager. Ein paar Handgriffe und schon ist aus der Clinton-Werbung eine Anti-Clinton-Werbung geworden. Der Tenor: Die Schulden aus dem Studium seien unter der demokratischen Präsidentschaft gestiegen. Hillary Clinton "belaste" die Zukunft der College-Absolventen.

Clinton lässt sich das nicht gefallen: Ihr Team gestaltet das Plakat um und stellt ihrem Kontrahenten kurzerhand ein "F" aus - die schlechteste Schulnote in den USA. Ihre Kritik: Die Uni-Kosten in Florida seien zu hoch. Jeb Bush war dort bis 2007 Gouverneur. Clintons Team kommentiert den Tweet: "Fixed it for you" ("Wir haben das für Sie korrigiert").

Jeb Bush fühlte sich zu einem Konter motiviert. Bei seinem Abtritt seien die Gebühren für Floridas öffentliche Universitäten die niedrigsten in den USA gewesen, erwidert er und betont: "Konservative Politik funktioniert."

Dann entscheidet sich das Bush-Lager dazu, die Sache wieder mit Humor zu nehmen. Zu sehen ist eine Verballhornung von Clintons Kampagnenlogo - eigentlich ein nach rechts zeigender Pfeil, der auf einem "H" liegt. Bushs Leute machen daraus ein Symbol für steigende Steuern - und sticheln weiter: "Wir haben Ihr Logo für Sie korrigiert."

Twitter hat in den USA im Vergleich zu Deutschland einen viel größeren Stellenwert. Bei der vergangenen Präsidentenwahl gaben laut einer amerikanischen Umfrage  30 Prozent der Befragten an, sie hätten sich von sozialen Netzwerken in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen lassen. Von der kleinen Bush-Clinton-Fehde sind viele Twitter-Nutzer aber offenbar schon genervt. Die Journalistin Amy Hollyfield sieht es so:

Der Comedian Duncan Trussell löst den Konflikt auf seine Weise: