Tulsi Gabbard Hillary Clinton warnt vor russischer Unterstützung für Kandidatin bei US-Wahl

Mit einem brisanten Verdacht mischt sich Hillary Clinton in den US-Wahlkampf ein: Die Russen könnten eine alternative Kandidatin protegieren. Gemeint ist Tulsi Gabbard - und die wurde auf Twitter ruppig.

Tulsi Gabbard: "Gezielte Kampagne, um meinen Ruf zu zerstören"
SAUL LOEB / AFP

Tulsi Gabbard: "Gezielte Kampagne, um meinen Ruf zu zerstören"


Das Rennen um die Nominierung der US-Demokraten - und danach um das Weiße Haus - war ohnehin schon alles andere als langweilig. Doch nun hat sich die ehemalige demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu Wort gemeldet - und eine neue Front aufgemacht. Sie warnte vor einer von Russland unterstützten dritten Kandidatin aus dem Lager der Opposition bei der US-Wahl im kommenden Jahr.

Russland habe eine Politikerin "im Auge, die derzeit an der demokratischen Vorwahl teilnimmt", sagte Clinton in dem am Donnerstag gesendeten Podcast "Campaign HQ". "Sie bauen sie auf, um die dritte Kandidatin zu sein."

"Sie ist die Favoritin der Russen", sagte die Ex-US-Außenministerin, die 2016 bei der Präsidentschaftswahl gegen den heutigen Staatschef Donald Trump unterlag. Die verdächtigte Politikerin erhalte im Internet massive Unterstützung. Ziel sei es, dem Kandidaten der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr entscheidende Stimmen abzujagen und so Trump eine zweite Amtszeit zu ermöglichen.

Hillary Clinton (im April 2019): Bemerkenswerter Verdacht
Brendan McDermid/ REUTERS

Hillary Clinton (im April 2019): Bemerkenswerter Verdacht

Einen Namen nannte zwar Clinton nicht, ein Sprecher bestätigte aber später nach Angaben von Politico.com, dass Tulsi Gabbard gemeint war. Ihr werden praktisch keine Chancen auf die demokratische Nominierung eingeräumt, in Umfragen liegt sie auf den hinteren Plätzen. Allerdings war sie bisher in drei TV-Duellen der Demokraten dabei und konnte ihre Bekanntheitswerte so steigern.

Keine der anderen Frauen, die sich um die demokratische Kandidatur bewerben, wird jedoch so nah mit Moskau in Verbindung gebracht wie Gabbard. US-Medien hatten unter anderem berichtet, dass mit Russland verbundene Seiten im Internet den Wahlkampfbeginn Gabbards gefeiert und ihre Politik verteidigt hatten.

Die Reaktion von Gabbard ließ nicht lange auf sich warten - und sie ist mehr als deutlich. Bei Twitter bezeichnete sie Clinton als "Verkörperung der Korruption" und als "Kriegstreiberin". "Nun sind Sie endlich hinter dem Vorhang hervorgekommen. Seit der Verkündung meiner Kandidatur hat es eine gezielte Kampagne gegeben, um meinen Ruf zu zerstören. Wir fragten uns, wer dahintersteckt und was die Ziele sind. Jetzt wissen wir es: Das waren immer Sie."

jok/dpa

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insgesamt 143 Beiträge
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Seite 1
sven2016 19.10.2019
1. Um die Vorwürfe korrekt darzustellen:
Das bezieht sich darauf, dass Frau Gabbard angekündigt hat, bei Nichtnominierung als demokratische Präsidentschaftskandidatin dennoch anzutreten und zwar als Unabhängige. Daraufhin hat die Unterstützung durch russische verdeckte Social Media-Seiten begonnen und vermutlich auch materielle Hilfen. Ganz so anlasslos ist die Kritik von Frau Clinton nicht.
stefan7777 19.10.2019
2. Clinton ist sehr gefährlich
Mann muss nur zurückdenken. Trump ist nicht durch seine Leistung an die Macht gekommen, sondern durch die Schwäche von Clinton. Clinton ist die Ausgeburt des Upper Class Establishment, dass auch keinen Deut besser ist als die Trumpisten.
skunkfunk 19.10.2019
3. Gabbard wird dafür
viel Zustimmung erhalten. Besser kann man Clinton nicht beschreiben.
power.piefke 19.10.2019
4. das Problem ist ein anderes
nämlich das vollkommen eingestaubte, undemokratische Wahlrecht der USA. Je mehr Alternativen bereitstehen, desto absurder wird es überhaupt zu wählen.
Humanfaktor 19.10.2019
5. Durchaus plausibel
Zuzutrauen ist diese Strategie den Russen allemal. Seit ich Trump und Putin in Helsinki diese denkwürdige PK absolvieren sah, bin ich sicher, dass Don Wladimir seinen Donny mit eisernem Griff an den Murmeln hat. Körpersprache ist verräterisch. Dass sich die Russen einmischten und es weiter tun werden, um über den Ersten Mann der USA mitzubestimmen, ist für nach Lage der Dinge gemacht. Da gab es zu viele Hinweise. Was es nicht gab war der unumstößliche Beweis, dass DT dabei aktiv mitgemacht hat. Das ist aber nicht erforderlich, um die Einflussnahme der Russen zu belegen. Die wurde durch andere Fakten belegt. Und das wird nicht grundlos erfolgt sein. Wenn man die Aussenpolitik Trumps analysiert - beispielsweise in Syrien dieser Tage - ist diese eine einige Sabotage des Rufs und der Reputation der USA. Und in Syrien sogar offensichtliches Platzmachen für die Russen. Man kann sich leicht ausrechnen, worum es Putin gehen könnte, wenn er über seinen Präsidenten die Politik der USA mitgestalten kann... die Show und das Gepolter außen herum sind nur Geklapper mit dem Kochgeschirr, um die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken und Alibis zu schaffen, auf die verwiesen werden kann. Wenn man sich die Aussenpolitik der USA unter Trump ansieht gibt es da gant offensichtlich Tendenzen und einen klaren Profiteur. Falls also die Demokraten sich gegenseitig die Stimmen für die Wahl im nächsten Jahr weg nähmen und ein uneinheitliches Bild abgäben, wäre das offensichtlich gut - für DT. Da hat HC schon einen guten Riecher. Immerhin, sie ist bestens vernetzt und dürfte immer noch besser informiert sein und werden, als DT. Wenn also Don Wladimir seinen Donald als Präsident behalten will, was liegt da näher - und ist zudem auch noch eher unauffällig -, als alternative Kandidaten der Dems zu unterstützen und in den Sozialen Medien zu hypen? Ein klassischer Schachzug. Wenn die Kräfte des Feindes ebenbürtig oder überlegen sind, spalte sie. Das dürfte allerdings nur einer von mehreren Bausteinen der Strategie sein. Ein derart wertvoller Agent/Informant hinter dem Schreibtisch des Oval Office dürfte oberste Priorität haben.
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