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05. Februar 2016, 06:15 Uhr

TV-Debatte der Demokraten

Clinton wirft Sanders Schmierenkampagne vor

Beim letzten Rededuell der US-Demokraten vor der nächsten Vorwahl zeigt sich Hillary Clinton angriffslustig: Bernie Sanders betreibe unrealistische Politik und "sehr hinterlistige Verleumdung".

Die amerikanische Ex-Außenministerin Hillary Clinton hat ihrem Parteirivalen Bernie Sanders vorgeworfen, im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten eine Schmierenkampagne zu betreiben. "Wenn Du etwas zu sagen hast, sag es", sagte Clinton bei der letzten TV-Debatte der Demokraten vor den Vorwahlen in New Hampshire. "Es ist an der Zeit, die sehr hinterlistige Verleumdung zu beenden, die Du und Deine Kampagne betreiben."

Sie reagierte damit auf Vorwürfe Sanders, sie lasse sich von großen Spendern aus der Finanzwelt beeinflussen. Laut dem Nachrichtenportal "Politico" bekam Clinton von der Investmentbank Goldman Sachs 2013 für drei Vorträge 675.000 Dollar.

Clinton konzentrierte sich bei dem TV-Event an der Universität von New Hampshire in Durham verstärkt auf die Themen Wirtschaft und Finanzen. Bislang war das ein Bereich, in dem Sanders mit seinen Angriffen auf die Wall Street punkten konnte.

Clinton warf Sanders vor, unrealistische Politik zu betreiben. Bei seinen Forderungen "geht die Rechnung einfach nicht auf". Wie der Senator sei auch sie eine "fortschrittliche" Politikerin, sagte Clinton. Aber sie könne Dinge erledigen.

Sanders wies die Kritik zurück. Seine Vorschläge wie die Abschaffung von Studiengebühren an staatlichen Universitäten werde er mit einer Steuer auf Finanzspekulationen bezahlen. "Die Mittelschicht hat die Wall Street gerettet, als sie Hilfe benötigte", sagte er. "Nun ist es an der Zeit, dass die Wall Street der Mittelschicht hilft."

In New Hampshire finden am 9. Februar die nächsten innerparteilichen Vorwahlen der Demokraten und der Republikaner statt. In dem nordöstlichen Bundesstaat ist Sanders klarer Favorit bei den Demokraten: Der Senator aus dem US-Bundesstaat Vermont führt in Umfragen mit 2:1 vor Clinton. Am vergangenen Montag hatte die 68-Jährige die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Bei den Republikanern sagen die Umfragen für New Hampshire einen Sieg des umstrittenen Milliardärs Donald Trump vorher. Marco Rubio liegt demnach auf Platz zwei, und Ted Cruz - der Sieger aus Iowa - auf dem dritten Platz.

Die USA wählen am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Die Vorwahlen in allen 50 US-Staaten ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ihre Kandidaten küren Republikaner und Demokraten dann offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli.

aar/dpa/AFP

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