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17. Dezember 2016, 08:45 Uhr

Clinton über russische Hacker-Angriffe

"Putin wollte sich an mir rächen"

Die mutmaßliche russische Einflussnahme auf den amerikanischen Wahlkampf sorgt in den USA für heftige Debatten. Nun hat sich erstmals auch Wahlverliererin Hillary Clinton geäußert.

CIA und FBI sind sich sicher: Der russische Geheimdienst hat sich massiv in den amerikanischen Wahlkampf eingeschaltet - und zwar zugunsten von Donald Trump. Auch Noch-Präsident Barack Obama zeigt sich davon überzeugt und greift Kreml-Chef Wladimir Putin verbal an.

Nun hat sich in der Affäre erstmals auch Wahlverliererin Hillary Clinton geäußert.

Die mutmaßlichen russischen Einflussversuche bezeichnete sie als Angriff auf die Vereinigten Staaten. "Das war nicht nur eine Attacke gegen mich und meinen Wahlkampf", sagte Clinton nach Angaben der "New York Times" bei einer Veranstaltung in New York. Putin habe sich mit den Angriffen persönlich an ihr rächen wollen. Wofür sich Putin angeblich rächen wollte, führte Clinton nicht weiter aus.

Russland versuche, mit seinen Cyberangriffen auf Einrichtungen der US-Demokraten die Demokratie an sich und die Sicherheit des Landes zu unterminieren, sagte Clinton.

Zuvor hatte Obama Russland bereits deutlich wie nie kritisiert - und Vergeltung angekündigt. Wenn eine ausländische Regierung versuche, den Wahlkampf zu manipulieren, müssten die USA handeln, sagte Obama dem Sender National Public Radio. "Und das werden wir - zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl. Manches davon könnte offen geschehen und publik gemacht werden, manches nicht."

Die Vorwürfe einer Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Cyberangriffe seitens Russlands werden auch vom FBI geteilt. Das berichtet die "Washington Post". Damit schließt sich die Bundespolizei nun offenbar den Geheimdiensterkenntnissen der CIA an.

Die Zeitung berichtet, auch der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper gehe von russischen Hackerangriffen aus, die die Wahl zum Wohle Donald Trumps hätten beeinflussen sollen.

Russland hat Hackerangriffe und eine Beeinflussung der Wahl bisher stets dementiert.

wal/dpa

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