Hintergrund Was ist eine "schmutzige Bombe"?

In so genannten schmutzigen Bomben wird hochradioaktives Material mit herkömmlichem Sprengstoff kombiniert. Als strahlender Bestandteil könnten dabei zum Beispiel Nuklearstoffe aus medizinischen Geräten oder auch radioaktiver Abfall aus Atomkraftwerken dienen.

Hamburg - Diese Sprengsätze sind nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) zwar nicht mit Atombomben vergleichbar. Gleichwohl könnten mit ihnen ganze Landstriche radioaktiv verseucht werden. Die wirtschaftlichen und humanitären Konsequenzen könnten durchaus katastrophale Dimensionen annehmen. Auch schwache Verstrahlungen können nach Auffassung der Experten über Jahre hinweg die Gefahr von Krebserkrankungen für die Bevölkerung erhöhen.

Dass Terroristen heute in der Lage sind, eine Atombombe mit hoch angereichertem Uran zu bauen und damit eine nukleare Explosion herbeizuführen, halten IAEA-Experten dagegen für sehr unwahrscheinlich.

Munition, die mit abgereichertem Uran ummantelt ist, wird allerdings auch von amerikanischen Militärs eingesetzt. Dabei handelt es sich um nur noch sehr schwach radioaktives Schwermetall, das als Abfall übrig bleibt, wenn die spaltbaren Urananteile für den Einsatz in Kernkraftwerken und Atombomben herausgelöst werden. Im Kosovo-Krieg haben Kampfflugzeuge der USA 1999 etwa 31.000 Granaten mit abgereichertem Uran abgefeuert. Vorteil aus der Sicht der Militärs: Die harten Geschosse können mühelos auch dicksten Panzerstahl durchschlagen. Kritiker vertreten seit langem die Auffassung, Reste der schwach strahlenden Uran-Ummantelung seien Zeitbomben, die die Gesundheit vieler Menschen bedrohten.

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