Historischer Termin Tauwetter zwischen USA und Nordkorea

Es war ein historischer Moment als sich hinter Christopher Hill und Kim Kye Gwan die Türen schlossen: Erstmals seit Jahren haben die USA und Nordkorea wieder bilaterale Verhandlungen geführt. Ziel ist eine Normalisierung der Beziehung.


New York - US-Verhandlungsführer Hill und sein nordkoreanischer Kollege Kim trafen sich im Waldorf Astoria Hotel in New York. Bei den Gesprächen ging es um "eine Tagesordnung" dafür, wie die beiden Länder an ihren Beziehungen arbeiten wollen, erklärte Hill vorab. Nach dem ersten Treffen schwiegen die Verhandlungsführer, keine öffentlichen Äußerungen. Den ganzen heutigen Tag wollen sie zu weiteren Gesprächen nutzen. US-Präsident George W. Bush hatte Nordkorea 2002 in die "Achse des Bösen" eingereiht.

Hill sagte der "New York Times" vorab, bei den Gesprächen solle es darum gehen, "was zur Einrichtung diplomatischer Beziehungen gehört und was dazu gehört, dass Nordkorea von der Liste der Staaten genommen werden kann, die den Terrorismus unterstützen". Er wolle im Übrigen darauf dringen, dass die kommunistische Regierung in Pjöngjang ihr Atomprogamm gänzlich einstelle. Hill und Kim schlossen die erste Gesprächsrunde mit einem gemeinsamen Arbeitsessen im Waldorf Astoria Hotel ab, bevor sie sich vertagten.

Bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm hatten sich die Teilnehmer vor knapp drei Wochen darauf geeinigt, dass Nordkorea sein Atomprogramm aufgibt; im Gegenzug soll das verarmte Land Hilfslieferungen erhalten. Außerdem wurden ihm diplomatische Beziehungen mit den USA in Aussicht gestellt. Hill und Kim hatten sich in den vergangenen zwei Jahren mehrfach bei den Sechser-Gesprächen getroffen, am Montag war es aber das erste Mal, dass sie alleine miteinander redeten. Neben den USA und Nordkorea sind an den Sechs-Länder-Gesprächen Südkorea, Japan, Russland und China beteiligt.

Beobachter werteten das Treffen in New York als Durchbruch für die eisige Beziehung der beiden Staaten in den vergangenen Jahrzehnten. Die Stimmung war in den neunziger Jahren unter der Regierung von US-Präsident Bill Clinton leicht aufgetaut und erreichte den Höhepunkt, als die damalige Außenministerin Madeleine Albright im Oktober 2000 nach Pjöngjang reiste. Im Jahr 2002 reihte US-Präsident Bush das Land dann aber in die "Achse des Bösen" ein; seitdem gab es keine Gespräche mehr.

ler/AFP



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