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08. Juni 2011, 19:52 Uhr

Höhere Urananreicherung

Irans Atomankündigung beunruhigt EU

Eskalation im Atomstreit: Iran hat angekündigt, seine umstrittene höhere Urananreicherung noch auszuweiten. Sanktionsdrohungen scheinen Teheran nicht zu stören. Die EU reagierte mit Besorgnis.

Teheran - Trotz der internationalen Kritik an seinem Atomprogramm will Iran die Urananreicherung massiv ausweiten. Ziel sei es, die Kapazitäten zur Herstellung von auf 20 Prozent angereichertem Uran zu verdreifachen, kündigte der Chef des iranischen Atomprogramms, Fereidun Abbassi Dawani, am Mittwoch an. Dazu solle die Produktion von Natans in die neue Atomanlage Fordo verlagert werden.

Teheran werde die Produktion "unter der Kontrolle" der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in diesem Jahr von Natans nach Fordo verlagern, sagte Abbassi Dawani laut der Internetseite des iranischen Staatsfernsehens. Sobald die Produktionskapazität in Fordo, etwa 150 Kilometer südlich von Teheran, erhöht worden sei, werde die Anreicherung auf 20 Prozent in Natans gestoppt.

Die Europäische Union reagierte mit Sorge. Man nehme vor dem Hintergrund einer möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms die Ankündigung zur Ausweitung der Anreicherung auf 20 Prozent mit besonderer Besorgnis zur Kenntnis, sagte Ungarn als Vertreter der EU vor dem Gouverneursrat der IAEA in Wien. Damit verschlimmere Teheran seine Missachtung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen weiter.

US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel hatten am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit weiteren Sanktionen gedroht, falls Teheran weiterhin seine internationalen Verpflichtungen ignoriere. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte bereits mehrfach Strafen gegen Iran erlassen, weil das Land seit Jahren nicht ausreichend mit den IAEA-Inspekteuren zusammenarbeitet.

Uran wird je nach Anreicherungsgrad für die Stromgewinnung, aber auch für Atomwaffen benötigt. Iran hatte zunächst mit der Anreicherung auf die für Atomkraftwerke benötigten unter fünf Prozent begonnen, reichert aber seit Februar 2010 auch auf 20 Prozent an. Nach Angaben Teherans wird der Brennstoff für einen medizinischen Forschungsreaktor gebraucht. Für die Verwendung für Nuklearwaffen ist ein noch höherer Anreicherungsgrad nötig. Experten befürchten aber, dass das islamische Land durch die immer höhere Anreicherung wichtiges Wissen und Erfahrung dafür sammelt.

als/dpa

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