Frankreichs Präsident Hollande stellt Uno-Abstimmung über Syrien-Resolution in Aussicht

Am Montag beraten, am Dienstag schon beschließen: Frankreichs Präsident Hollande rechnet in Kürze mit einer Abstimmung der Uno zu einer neuen Syrien-Resolution. Die zugrunde liegende US-russische Einigung bezeichnete er als "Etappe, nicht Endziel".

Hollande im TV-Interview: "Schlimmste Tragödie seit Beginn dieses Jahrhunderts"
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Hollande im TV-Interview: "Schlimmste Tragödie seit Beginn dieses Jahrhunderts"


Paris - Bis Ende kommender Woche könnte es eine Abstimmung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu einer neuen Syrien-Resolution geben - das verkündete Frankreichs Präsident François Hollande in einem TV-Interview. Demnach würden an diesem Montag in Paris bei einem Treffen mit den Außenministern aus Großbritannien und den USA beginnen. Am Folgetag werde dann Frankreichs Außenminister Laurent Fabius nach Moskau reisen, um die Abstimmung abzuschließen.

US-Außenminister John Kerry und der russische Außenminister Sergej Lawrow hatten am Samstag in Genf vereinbart, dass Syriens Führung binnen einer Woche ihre Chemiewaffenbestände offenlegen soll. Bis Mitte 2014 sollen alle Giftgasbestände vernichtet werden. Eine Uno-Resolution hierzu soll auf Kapitel VII der Uno-Charta Bezug nehmen, das Sanktionen bis hin zu Militäreinsätzen ermöglicht.

Die russisch-amerikanische Grundsatzvereinbarung bezeichnete Hollande in dem TV-Interview nun als "wichtige Etappe", sie sei aber nicht der Endpunkt. "Wir müssen darauf hinarbeiten, dass es Sanktionen gibt, wenn die Vereinbarung nicht eingehalten wird", mahnte Hollande mit Blick auf mögliche Täuschungsmanöver durch Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Die Option eines Militärschlags müsse bestehen bleiben, sonst werde der notwendige Druck fehlen.

Den Bürgerkrieg in Syrien bezeichnete er als "schlimmste Tragödie seit Beginn dieses Jahrhunderts" und als "Zug des Schreckens", der in den Gasangriffen vom 21. August gegipfelt habe. Gleichzeitig beglückwünschte sich Hollande in dem Interview zum Erfolg Frankreichs und der USA, die nach den Beratungen zwischen Moskau und Washington sowohl Russland wie Syrien zum Einlenken gebracht hätten. Gleichzeitig bekräftigte er seinen Wunsch nach einer Ablösung Assads.

vks/sts/dpa/AFP

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Alter Baum 15.09.2013
1. Islamisten
Hier die Angaben von Geiseln der islamistischen Terroristen in Syrien: http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/16456-Microsoft-kennt-die-Giftgasmrder-von-Syrien.html . In der Weltpresse kann man diese nachrichten lesen, in Deutschland nicht. Was in Syrien zum Alltag wird, wenn Hollandes Wunsch, Assad, abzusetzen, wahr wird, kann man hier sehen: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2420263/Syrian-civil-war-rebels-behead-Assads-thugs-children-really-sides.html Wir verlogen ist doch die westliche Welt?
Abronzius 15.09.2013
2. Hollande
Auswärtige Kriege führen,um von inneren Debakeln abzulenken.. was ist aber wie hier ,daß keiner mehr Krieg führen will( selbst Obama nicht).. Hollande allein zu Hause SICH VERBAL VERRENKEND. Wo ist die frühere überlegene französische Außenpolitik geblieben?Mussolinis Außenminister über die Hitlersche Außenpolitik: Von Berchtesgaden bis Flensburg nur Holzköpfe..und heutzutage von Marseille bis Lille...?
w.schuler 16.09.2013
3. Eifersucht
Hollande hat offenbar ein Problem damit, dass er bei der ganzen Sache keine Rolle spielt. C´est la vie, mon vieux.
seine-et-marnais 16.09.2013
4. Selbst Frau Antje würde Hollandes Käse den Franzosen nicht verkaufen können
Zitat von sysopDPAAm Montag beraten, am Dienstag schon beschließen: Frankreichs Präsident Hollande rechnet in Kürze mit einer Abstimmung der Uno zu einer neuen Syrien-Resolution. Die zugrunde liegende US-russische Einigung bezeichnete er als "Etappe, nicht Endziel". http://www.spiegel.de/politik/ausland/hollande-will-uno-resolution-zu-syrien-bis-ende-der-woche-a-922371.html
Nur zu dem Problem Syrien der Sendung mit Hollande. Er ist völlig unglaubwürdig wenn er sagt dass die Sicherheit Frankreichs bedroht ist durch die chemischen Waffen in Syrien. Deshalb will er weiterhin die Rebellen dort auch mit Waffen unterstützen. Gleichzeitig soll aber verhindert werden dass diese chemischen Waffen den Rebellen in die Hände fallen. Da blickt kein Aas mehr durch. Vor allem da ständig in Frankreich selbst islamistische Terroristen und Dschihadkandidaten auffliegen und festgenommen werden, zB bei mir im Departement, also quasi in meiner Nachbarschaft. Da fühle ich mich in Frankreich eher durch diese Terrorgruppen bedroht als durch einen Chemiewaffeneinsatz Assads. Das zweite Problem das Hollande herunterzuspielen versucht ist dass er sich freiwillig vollständig in den Schlepptau der USA begeben hat. Frankreich war immer stolz auf seine eigenständige Aussenpolitik seit de Gaulle aus der NATO ausgestiegen war und mit ihr sozusagen unter Bedingungen zusammengearbeitet hat. Sarkozy hat Frankreich wieder voll in die NATO eingefügt, und Hollande hatte nicht einmal die Vorsicht walten lassen die Reaktion der anderen NATO-Mitglieder abzuwarten, sondern hat sich ohne Zwang voll und ganz hinter die USA gestellt, und hat jetzt gar nichts mehr zu sagen. Deshalb Hollandes Getue über frz Initiativen und Reisen und blablabla. Fakt ist, Hollande hat nichts mehr, rein gar nichts mehr zu melden, ist nur noch Statist, und Frankreich ist auch gar nicht in der Lage auch nur ansatzweise eine militärische Operation alleine durchzuführen. Hollande und Fabius haben Frankreich lächerlich gemacht; Spielte Frankreich bisher immer noch eine Rolle als 'kleiner Grosser', so ist es jetzt endgültig abgerutscht in die Rolle als 'grosser Kleiner', als Gernegross. Wenn es auch Kritik an Hollandes bellizistischem Gehabe von PCF, den Linken, der UDI, der UMP hagelte, am deftigsten hat es gestern Marine Le Pen ausgedrückt Marine Le Pen Marseille : "La France est la matresse des Etats-Unis" (http://www.lemonde.fr/politique/article/2013/09/15/a-marseille-le-discours-sans-surprises-de-marine-le-pen_3477932_823448.html), "la France est devenue la catin d'émirs bedonnants" (Frankreich ist zur Hure schmierbäuchiger Emire verkommen). Der Wahlkampf für die Kommunal- und Europawahlen 2014 kündigt sich an.
gewgaw 16.09.2013
5.
Zitat von sysopDPAAm Montag beraten, am Dienstag schon beschließen: Frankreichs Präsident Hollande rechnet in Kürze mit einer Abstimmung der Uno zu einer neuen Syrien-Resolution. Die zugrunde liegende US-russische Einigung bezeichnete er als "Etappe, nicht Endziel". http://www.spiegel.de/politik/ausland/hollande-will-uno-resolution-zu-syrien-bis-ende-der-woche-a-922371.html
Hollande sollte sich auf Reformen in Frankreich konzentrieren, da wäre er schon völlig ausgelastet und nicht der grande nation vergangener Tage nachweinen.
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