Honduras Ex-Präsident Zelaya kann in Heimat zurückkehren

Der gestürzte honduranische Präsident Zelaya darf aus dem Exil zurückkehren. Zelaya und sein Nachfolger Lobo unterzeichneten ein Versöhnungsabkommen. Die Vereinbarung macht auch den Weg frei für die Wiederaufnahme von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).
Friedenschluss unter Widersachern: Honduras Präsident Lobo (links) mit Vorgänger Zelaya

Friedenschluss unter Widersachern: Honduras Präsident Lobo (links) mit Vorgänger Zelaya

Foto: STRINGER/NICARAGUA/ REUTERS

Cartegna - Der honduranische Präsident Porfirio Lobo hat seinem gestürzten Amtsvorgänger Manuel Zelaya nach fast zwei Jahren eine sichere Rückkehr aus dem Exil zugesagt. Damit machte er den Weg für die baldige Rückkehr des mittelamerikanischen Landes in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) frei. Lobo und Zelaya unterzeichneten am Sonntag im kolumbianischen Cartagena eine entsprechende Vereinbarung.

In dem Vertrag, der unter Vermittlung des kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos und des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zustande gekommen war, verpflichtet sich die neue Regierung in Tegucigalpa unter anderem, Zelaya wieder einreisen zu lassen. Außerdem verspricht sie, dass sich seine Partei wieder am politischen Leben in Honduras und an Wahlen beteiligen darf. "Kommen Sie nach Hause", sagte Lobo zu Zelaya, während sich die bisherigen Widersacher die Hände schüttelten.

OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza kündigte nach der Unterzeichnung an, sofort erste Schritte zur Wiederaufnahme Honduras' einzuleiten. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega erklärte, sein Land werde wieder diplomatische Beziehungen mit Honduras aufnehmen.

Honduranische Soldaten hatten Zelaya im Juni 2009 festgenommen und gegen seinen Willen ins Nachbarland Costa Rica ausgeflogen. Zunächst übernahm eine Übergangsregierung die Macht. Sie begründete den Putsch mit dem angeblichen Vorhaben des linksgerichteten Präsidenten, sich durch eine Verfassungsänderung eine weitere Amtszeit an der Spitze des zentralamerikanischen Landes zu sichern. Drei Monate nach dem Putsch kehrte Zelaya heimlich nach Honduras zurück. Der Linkspolitiker verschanzte sich in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa, bis im Januar 2010 sein Nachfolger Lobo sein Amt antrat. Dann ging Zelaya ins Exil in die Dominikanische Republik.

Die Regierungen von Venezuela und Kolumbien hatten im April Vermittlungsgespräche über eine Rückkehr Zelayas in sein Heimatland aufgenommen. Vor einigen Tagen stoppte der Oberste Gerichtshof von Honduras alle gegen Zelaya laufenden Verfahren und erfüllte damit eine wichtige Bedingung des Ex-Präsidenten. Zelaya war nach seinem Sturz wegen Betrugs, Dokumentenfälschung und Unterschlagung von Staatsgeldern von mehr als zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) angeklagt worden.

anr/dpa/AFP
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