Proteste in Hongkong Nur noch eine Demonstrantin harrt auf umkämpftem Campus aus

Tagelang lieferten sich Protestierende auf dem Campus der Polytechnischen Universität Gefechte mit der Polizei. Die meisten der Demonstranten zogen sich zurück. Mitarbeiter trafen nur noch eine Frau auf dem Gelände.

Alexander Wai, Vizepräsident der Polytechnischen Universität, inspiziert den verwüsteten Campus
AP Photo/Ng Han Guan

Alexander Wai, Vizepräsident der Polytechnischen Universität, inspiziert den verwüsteten Campus


Die Besetzung der Polytechnischen Universität von Hongkong ist beendet - zumindest fast. Wie Vertreter der Hochschule mitteilten, befindet sich nur noch eine Demonstrantin auf dem Campus. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Protestierende in dem Gebäude versteckt hielten.

Teams der Universität durchsuchten das Gelände und versiegelten leere Räume mit Klebeband.

"Wir haben den gesamten Campus systematisch durchsucht und im Gebäude der Studentenvereinigung eine Demonstrantin gefunden", sagte der Vizepräsident der Universität, Alexander Wai. Sie sei über 18 Jahre alt und keine Studentin der Hochschule. Die Universität versuche, sie zum Verlassen des Geländes zu überreden.

Besetzer schossen mit Pfeil und Bogen auf die Polizei

Hunderte Demokratieaktivisten hatten die Universität vor gut einer Woche im Zuge der Proteste gegen die Hongkonger Regierung besetzt. Mit Pfeil und Bogen, Molotowcocktails und Steinschleudern versuchten sie Polizisten abzuwehren. Die Polizei kesselte die Demonstranten ein. Zahlreiche Menschen, die versuchten vom Gelände zu flüchten, wurden festgenommen. Einige harrten hingegen über Tage in der Hochschule aus.

Hongkongs Universitäten hatten sich in den vergangenen Wochen zu neuen Brennpunkten der Proteste entwickelt. Daraufhin waren die Studenten vorzeitig in die Semesterferien geschickt worden. Die Proteste gegen die pekingtreue Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone halten indes an. Regierungschefin Carrie Lam räumte nun zwar eine verbreitete Unzufriedenheit mit ihrer Regierung ein, machte jedoch keine Zugeständnisse an die Demokratiebewegung.

mes/AFP/Reuters

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