Hongkong China lässt britischen Konsulatsmitarbeiter frei

Er war während einer Geschäftsreise tagelang verschwunden: Der von China inhaftierte Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong ist wieder frei.

Wurde Simon Cheng Man-Kit wegen der Demonstrationen in Hongkong verhaftet?
Vincent Yu/AP/dpa

Wurde Simon Cheng Man-Kit wegen der Demonstrationen in Hongkong verhaftet?


Ein Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong ist aus dem Gewahrsam der chinesischen Polizei freigekommen. Chinesische Behörden teilten mit, Simon Cheng Man-Kit sei nach 15 Tagen aus der sogenannten Verwaltungshaft entlassen worden, für die in China kein Gerichtsurteil nötig ist. Die Polizei kann sie nach eigenem Ermessen anordnen und so Menschen bis zu 20 Tage lang festhalten.

Cheng war auf der Rückreise von Shenzhen nach Hongkong, als er festgenommen wurde, weil er Vorschriften der öffentlichen Sicherheit verletzt haben soll. Was genau chinesische Behörden dem 28-Jährigen vorwerfen und ob seine Inhaftierung mit den Protesten in Hongkong zusammenhängt, ist unklar.

"Bete für mich"

Der 28-Jährige verschwand bereits am 8. August an der Grenze auf dem Weg zurück nach Hongkong. Erst knapp zwei Wochen später bestätigte China seine Inhaftierung. "Ich überquere jetzt die Grenze ... Bete für mich", soll er zuletzt an seine Freundin geschrieben haben.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Peking hat mehrfach London gewarnt, sich nicht in den Konflikt einzumischen.

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone hat es eigentlich noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Viele fürchten nun darum. Zentrale Forderungen der Demonstranten sind freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen. Aus der Menge wurden aber auch Rufe nach Unabhängigkeit laut.

koe/dpa

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