Medienbericht China schickt offenbar Tausende Soldaten zusätzlich nach Hongkong

In Hongkong mobilisieren die Proteste gegen Chinas Einfluss seit Monaten Zehntausende Menschen. Einem Bericht zufolge hat Peking die militärische Präsenz in der Sonderverwaltungszone nun mehr als verdoppelt.
Chinesische Soldaten in Hongkong: Mehr Mitglieder der Volksbefreiungsarmee als je zuvor

Chinesische Soldaten in Hongkong: Mehr Mitglieder der Volksbefreiungsarmee als je zuvor

Foto: Tyrone Siu/REUTERS

Trotz der Drohgebärden aus China flauen die Proteste in Hongkong auch nach Monaten nicht ab. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat die Volksrepublik nun Tausende zusätzliche Einsatzkräfte in die Sonderverwaltungszone verlegt und damit seine militärische Präsenz dort offenbar mehr als verdoppelt.

Bei einer von chinesischen Staatsmedien im August als Rotation ausgewiesenen Truppenentsendung habe es sich in Wirklichkeit um eine Verstärkung gehandelt, sagten mehrere asiatische und westliche Gesandte. Nach Schätzungen sollen demnach mittlerweile zwischen 10.000 und 12.000 chinesische Militärangehörige in Hongkong stationiert sein. In den Monaten vor der Verstärkung waren es 3000 bis 5000.

Es wäre der bislang dramatischste Schritt der kommunistischen Führung in Peking, um einer potenziellen Zuspitzung der Lage in Hongkong direkt begegnen zu können. Die ehemalige britische Kronkolonie wird seit Ende Juni von Massenprotesten für mehr Freiheit und Demokratie erschüttert, die bereits häufiger in Gewalt umschlugen.

Material, um gewaltsame Proteste zu unterdrücken

Neben den zusätzlichen Truppen wurde Diplomaten zufolge auch Material nach Hongkong gebracht, mit dem sich gewaltsame Proteste unterdrücken lassen - etwa Fahrzeuge mit Wasserwerfern oder Stacheldrahtbarrikaden.

Weder von chinesischen noch von Hongkonger Behörden waren Stellungnahmen zu erhalten. Ein Sprecher der Hongkonger Polizei sagte, man sei selbst in der Lage, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten, und entschlossen, die öffentliche Sicherheit in Hongkong wiederherzustellen.

Die Lage in der Finanzmetropole ist nach schweren Ausschreitungen bei Protesten am Wochenende besonders angespannt. Am Dienstag stehen Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China an. Die Hongkonger Polizei warnte am Montag vor einem "sehr ernsten, gewaltsamen Angriff". Man befinde sich "am Rande extremer Gefahr".

asc/Reuters
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