Nach Pro-Hongkong-Tweet China stoppt Übertragung von NBA-Spielen

China will ausgewählte Spiele der US-Basketballliga NBA nicht mehr im Fernsehen zeigen. Zuvor hatte der Manager der Houston Rockets seine Solidarität mit den Demonstranten in Hongkong bekundet.

Basketballfans in Peking verfolgen ein Spiel der Houston Rockets
Andy Wong/ AP

Basketballfans in Peking verfolgen ein Spiel der Houston Rockets


Aus Ärger über einen Pro-Hongkong-Tweet des Managers der Houston Rockets hat China die Übertragung einiger NBA-Spiele gestoppt. Wie der chinesische Staatssender CCTV am Dienstag ankündigte, werde er darauf verzichten, in China ausgetragene Testspiele der amerikanischen Basketballliga zu zeigen.

Rockets-Manager Daryl Morey hatte am Freitag via Twitter seine Unterstützung für die prodemokratischen Demonstranten zum Ausdruck gebracht. Er postete ein Bild mit den Worten "Fight for Freedom - Stand with Hong Kong" - Kämpft für die Freiheit, unterstützt Hongkong. Das löste in China eine Welle der Empörung aus. Der chinesische Basketballverband und mehrere Sponsoren beendeten umgehend die Zusammenarbeit mit dem NBA-Team.

CCTV begründete seine Entscheidung nun damit, dass auch NBA-Chef Adam Silver Manager Morey zur Seite gesprungen sei. "Wir drücken unsere starke Unzufriedenheit und Ablehnung gegen Adam Silver aus", heißt es in der Mitteilung des Senders. Basketball ist in China ein äußert beliebter Sport. Millionen chinesischer Fans verfolgen die NBA.

Vergebliche Versuche der Deeskalation

Noch am Montag hatte Rockets-Star James Harden China um Verzeihung gebeten. "Wir entschuldigen uns. Wir lieben China", sagte Harden am Rande von zwei Vorbereitungsspielen seines Teams im japanischen Tokio und distanzierte sich von der Kontroverse: "Wir lieben es, dort zu spielen."

Morey selbst hatte seine Aussagen angesichts der Welle der Entrüstung aus Fernost relativiert. Er habe nicht beabsichtigt, mit seinem Tweet Rockets-Fans und Freunde in der Volksrepublik zu verärgern.

Die Rockets, zweifacher Basketball-Champion, haben seit 2002 - dem Jahr, in dem die Texaner ein chinesisches Basketball-Idol verpflichteten - eine große Fangemeinde in dem asiatischen Land.

Eskalation in der Millionenmetropole

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der chinesischen Regierung und die Beschneidung der Bürgerrechte. Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber mehr Rechte, wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Am Wochenende war die Gewalt in der Metropole erneut eskaliert. Demonstranten verwüsteten U-Bahnstationen sowie prochinesische Geschäfte und legten Feuer in den Straßen. Regierungschefin Carrie Lam drohte den Demonstranten am Dienstag damit, die Proteste mit militärischer Unterstützung aus China zu beenden.

jki/dpa/sid/AFP



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