Unterstützung gegen China Londoner Politiker will Hongkongern britische Staatsbürgerschaft verleihen

China geht immer härter gegen Demonstranten in Hongkong vor. Der Chef des auswärtigen Ausschusses im britischen Parlament schlägt nun einen radikalen Schritt vor - der an die Kolonialzeit anknüpfen soll.

Protest in Hongkong: Demonstranten ließen zuletzt auch die britische Kolonialflagge wehen
Vincent Thian / DPA

Protest in Hongkong: Demonstranten ließen zuletzt auch die britische Kolonialflagge wehen


Tom Tugendhat ist Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses im Parlament des Vereinigten Königreichs - und er hat anlässlich der Proteste in Hongkong eine ungewöhnliche Idee: Tugendhat will den Hongkonger Bürgern die volle britische Staatsbürgerschaft verleihen.

Das hätte aus seiner Sicht schon 1997 passieren sollen, als die Briten die Staatshoheit über Hongkong an China abgaben, sagte Tugendhat laut "Guardian". Hongkong zählte von 1843 bis 1997 zu den britischen Kolonien. Einige Menschen in Hongkong besitzen zwar einen Pass als britische Bürger aus den Überseegebieten, dieser erlaubt es ihnen aber zum Beispiel nur, sechs Monate im Vereinigten Königreich zu bleiben.

Tugendhat sieht es als Fehler an, den Hongkongern 1997 nicht die volle britische Staatsbürgerschaft verliehen zu haben. "Ich denke, dass er korrigiert werden sollte", wird der Parlamentspolitiker in dem Bericht zitiert: "In einer Zeit, in der es in Hongkong eindeutig Spannungen gibt, könnte das Vereinigte Königreich vielen Bürgern Hongkongs versichern, dass ihre bestehenden Rechte vom Vereinigten Königreich anerkannt und geschätzt werden."

"Einen Fehler wiedergutmachen"

In Hongkong kommt es seit Monaten zu Protesten gegen die Regierung. Zehntausende Menschen streiken, auf den Straßen kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstranten. Der Uno-Menschenrechtsragt rügte die Polizeigewalt.

Großbritannien hatte vor wenigen Tagen bereits eine unabhängige Untersuchung der Proteste gefordert. China soll mittlerweile sogar Truppen an die Grenze zu seiner autonomen Region verlegt haben.

Tugendhat, Mitglied der Konservativen Partei, will seine Idee nicht als Antwort auf die chinesischen Drohungen verstanden wissen. Vielmehr sehe er sie als Mutmacher für die Menschen in Hongkong.

"Das sind immer noch chinesische Bürger aus der besonderen autonomen Region, also glaube ich nicht, dass die chinesische Regierung sie als etwas anderes als chinesische Bürger mit einem etwas anderen Status betrachten würde", sagte er: "Ich denke, der Punkt ist, dass das Vereinigte Königreich einen Fehler wiedergutmachen und einem Volk Vertrauen geben kann, das offensichtlich sehr nervös wegen seiner Zukunft ist."

ptz



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Seite 1
Sportzigarette 13.08.2019
1. Super Idee!
...das stiftet sicher Frieden mit China und beruhigt Hongkong im Inneren. Was für ein Land, dass solche weisen Politiker hervor bringt! ....und nun Brexit, aber ganz schnell! :-)
fkfkalle3 13.08.2019
2. Tolle Idee
China erkennt die britischen Wünsche selbstverständlich an, oder ?
johannmeier 13.08.2019
3. Na das war aber schnell...
und jetzt vielleicht noch ein paar Millionen Homng Konger auch nach Merkelstan ???
suferone 13.08.2019
4. sehr gut
ich denke das dies tatsächlich ein Vorschlag ist den man Betracht ziehen sollte. Es würde den Menschen wenigsten etwas mehr Sicherheit geben und sie vielleicht beruhigen
peteftw 14.08.2019
5. toll
Na super. Diejenigen die durch die Opiumkriege das ganze Schlamassel erst verursacht haben, gießen jetzt noch Öl ins Feuer.
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