"Wir lieben China" NBA-Star Harden entschuldigt sich für Pro-Hongkong-Tweet

Am Freitag hatte der Manager der Houston Rockets seine Solidarität mit den Demonstranten in Hongkong ausgedrückt. Es folgte heftige Kritik aus China. Der Star des Basketball-Teams versucht nun die Wogen zu glätten.

NBA-Star James Harden bittet China für einen Tweet des Team-Managers um Verzeihung
AFP/Natsuko FUKUE

NBA-Star James Harden bittet China für einen Tweet des Team-Managers um Verzeihung


Basketball-Star James Harden hat die Volksrepublik China nach einem Pro-Hongkong-Tweet des General Managers der Houston Rockets um Verzeihung gebeten. "Wir entschuldigen uns. Wir lieben China", sagte Harden am Rande von zwei Vorbereitungsspielen der Rockets im japanischen Tokio und distanzierte sich von der Kontroverse: "Wir lieben es, dort zu spielen."

Rockets-Manager Daryl Morey hatte am Freitag via Twitter seine Unterstützung für die prodemokratischen Demonstranten zum Ausdruck gebracht. Als Reaktion kündigte unter anderem das chinesische Staatsfernsehen an, keine Rockets-Spiele mehr auszustrahlen, auch Chinas Basketball-Verband CBA und Sponsoren wollen die Zusammenarbeit mit dem Klub beenden.

Morey ruderte angesichts der Welle der Entrüstung aus Fernost zurück. Er habe nicht beabsichtigt, mit seinem Tweet Rockets-Fans und Freunde in der Volksrepublik zu verärgern. Der zweifache Basketball-Champion hat seit 2002 - dem Jahr, in dem die Texaner das chinesische Basketball-Idol Yao Ming verpflichteten - eine große Fangemeinde in China. Auch die NBA versuchte, mit einem Statement die chinesischen Partner und Fans zu beruhigen.

Eskalation in der Millionenmetropole

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der chinesischen Regierung und die Beschneidung der Bürgerrechte. Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber mehr Rechte, wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Am Wochenende war die Gewalt in der Metropole erneut eskaliert. Demonstranten verwüsteten U-Bahnstationen sowie prochinesische Geschäfte und legten Feuer in den Straßen. Regierungschefin Carrie Lam verurteilte die "extrem entsetzliche Gewalt".

bam/sid/AFP



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